| (LK) "Preise und Auszeichnungen dienen dazu, für wichtige kulturelle und gesellschaftliche Leistungen Bewusstsein zu schaffen und sie hervorzuheben. Sie sind Wertschätzung für jene, denen wir diese kreativen Prozesse verdanken. Ich möchte gerade heuer diese Kulturpreisverleihung auch als Signal verstanden wissen, das über die Wertschätzung für einzelne Leistungen hinausgeht. Sie soll auch die zentrale Rolle der Kunst in gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen unterstreichen. Diese Reflexion und dieser Blick nach vorne und manchmal auch hinter den Spiegel, den uns die Kunst bieten kann, der ist besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von besonderer Bedeutung", betonte Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner heute, Mittwoch, 25. November, bei der Verleihung der Landeskulturpreise in der Salzburger Residenz. Dabei wurden die einzelnen Preisträger und ihre Arbeiten in Videoclips präsentiert. Diese wurden von den Künstlern gestaltet und vom Videostudio des Landespressebüros montiert. Die Wirtschaftskrise stehe für Zeiten, in denen nichts unumstößlich sei, in denen das Undenkbare plötzlich denkbar sei, in denen das Irrationale plötzlich rational erscheine, in denen das scheinbar Unmögliche plötzlich als gefährliche Möglichkeit vor uns stehe, so der Kulturreferent weiter. Keine Frage also, dass Kunst und Kultur, die ja essenzieller Teil des Zeitgeschehens seien, auch Teil davon seien. Brenner: "Was, wenn nicht die Kultur, kann ein Ventil für das sein, was falsch läuft? Wer, wenn nicht die Kulturschaffenden, können die Reflexion gesellschaftlicher Prozesse übernehmen? Was wir jetzt erleben, das ist ökonomische Destabilisierung, das sind massive materielle Ängste. Aber besonders in solchen Phasen entstehen auch gesellschaftliche Sprünge und hohe gesellschaftliche Dynamik. Gerade in solchen Zeiten ist die Kunst auch ihrer Kernaufgabe am nächsten, nämlich die Gesellschaft zu beleuchten und zu reflektieren, um gesellschaftliche Veränderungsprozesse vorzubereiten, oder kritisch ihre Art zu betrachten. Die Kunst ist eine wesentliche Stütze der Demokratie und ein zentraler Träger gesellschaftlicher Erneuerungsprozesse." Mehr "Kulturkompetenz" erzeugen Die Folgen der Wirtschaftskrise und die Folgen für das Kulturbudget waren ein Thema in der Begrüßungsansprache von Hofrätin Dr. Monika Kalista, der Leiterin der Kulturabteilung des Landes: "Glücklicherweise haben wir in Salzburg viele feste Vereinbarungen und Verpflichtungen, die gehalten werden. Einschnitte in sogenannte freiwillige Aufgaben könnten leicht zu Zerstörungen führen, die dann kaum wieder aufgebaut werden können. Stabilität und Verlässlichkeit müssen daher vor den Finanzierungsvorbehalten stehen", so Kalista, die gleichzeitig auch einen stärkeren inhaltlichen intellektuellen Diskurs über die Kultur und deren Nutzen einforderte, "um das Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu steigern, dass etwas Wertvolles zu erkämpfen und zu verteidigen ist". "Wenn wir keine ‘Kulturkompetenz‘ erzeugen, vor allem auch außerhalb der Landeshauptstadt, dann wird uns auch einmal das Publikum fehlen", so die Leiterin der Kulturabteilung. Die heutige Preisverleihung solle so mit ein Anstoß und öffentliches Bekenntnis sein für eine offene Atmosphäre, die künstlerisches Arbeiten heute ermöglicht. Folgende Landespreise und Stipendien wurden vergeben Großer Kunstpreis für Literatur (15.000 Euro): Karl-Markus Gauß, Preis für Skulptur (7.300 Euro): Martin Oberascher, Jahresstipendium für bildende Kunst (je 7.500 Euro): Daniel Domig, Gunda Gruber, Slavi Soucek-Stipendium für Graphik (je 3.000 Euro): Fabian Fink, Stefan Heizinger, Jahresstipendium für Film (10.000 Euro): Matthias Gugler, Landespreis für Kulturarbeit (3.700 Euro): Tennengauer Kunstkreis, Jahresstipendium für Literatur (10.000 Euro): Gertrud Sberlo, Georg-Trakl-Preis (7.500 Euro): Michael Donhauer, Georg-Trakl-Förderungspreis (3.000 Euro): Michael Burgholzer, Rauriser Literaturpreis (7.500 Euro): Julya Rabinowich, Rauriser Förderungspreis (3.700 Euro): Hans-Jörg Zauner, Landespreis für Medienkunst (10.000 Euro): Korinna Lindinger und Karla Spiluttini, Jahresstipendium für Musik (je 7.500 Euro): Gerhard E. Winkler, Amr Okba, Landespreis für elektronische Musik – Elektronik Land (je 2.000 Euro): Martin Loecker, Gerhard Senz; (je 1.500 Euro): Roman Gerold, Robert Praxmarer; (je 1.000 Euro): Marco Fontan, Florian Kindlinger. n256-26 Weitere Informationen zu den einzelnen Preisträgern sind im Internet unter http://www.salzburg.gv.at/kulturpreise_2009.pdf abzurufen. Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Verleihung der Landeskulturpreise anbieten. |