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Steinhummel (Bombus lapidarius)

Steinhummel  Bildquelle:www.insektenbox.de

Die Steinhummel wurde vom Österreichischen (ÖNB) und Deutschen Naturschutzbund (DNB) und der Osterreichischen Gesellschaft für Entomologie (ÖEG) als Insekt des Jahres 2005 ausgewählt. Systematisch gehört sie zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera), zu denen beispielsweise auch die Honigbiene (Apis mellifica) gerechnet wird und hier zu den Echten Bienen (Apidae)

Steinhummeln haben einen schwarzen  Körper und rot behaarte Hinterleibsegmente. Männliche Tiere besitzen zusätzlich am Thorax einen gelben Streifen. Die Männchen (Drohnen) sind wesentlich kleiner als die Weibchen, wobei die Königin noch etwas größer ist. Steinhummeln werden etwa 12-27mm groß, d.h. die Männchen erreichen eine Körpergröße von 12-16, die Weibchen von 14-16 während die Königinnen die beachtliche Größe von 22-27 mm erreichen. Die Tiere besitzen einen kurzen Kopf; ihr Rüssel ist mittellang.

Die Tiere sind europaweit verbreitet und ungefährdet; sie leben bevorzugt in Lebensräumen wie Waldrändern, Wiesen, Streuobstwiesen, Magerrasen, Blumenwiesen und Parkanlagen.

Befruchtete Königinnen, sie sind diploid, besitzen also den doppelten Chromosomensatz und sind somit fortpflanzungsfähig.

Hummeln allgemein, so auch die Steinhummel, sind eusozial, d.h. staatenbildend, leben jedoch in einjährigen Sozietäten (im Gegensatz zur Honigbiene). Wie bei allen staatenbildenden  Insekten besteht der „Staat“ aus Königin, Arbeiterinnen und den Drohnen. Die alte Königin stirbt vor dem Winter. Die Jungköniginnen überwintern einzeln in entsprechenden Winterverstecken. Im darauf folgenden Frühjahr beginnen sie mit der Gründung eines neuen Staates. Für die Anlage ihrer Nester suchen die Weibchen gerne Steinhaufen, Mauern und Gebäude auf; sie nehmen aber auch fremde Strukturen wie Mäusenester oder Vogelnistkästen an. Zunächst übernimmt die Königin selbst den Bau der Brutzellen, legt die Eier und füttert die Larven; später übernehmen die heranwachsenden Arbeiterinnen den Nestbau und die Brutpflege. Das Nest beherbergt bis zu 300 Tiere. Die Steinhummel umgibt die Brutzellen nicht nur mit vorgefundenem Nistmaterial, sondern überdeckt das gesamte Nest mit einer Wachskuppel. Das Nest wird von Arbeiterinnen bewacht, die bei Störung recht aggressiv reagieren und bei einer gewaltsamen Nestöffnung zum Gegenangriff übergehen.

Die „Zellen“ der Hummeln sind aus Wachs; dieses Wachs wird von der Königin und später den Arbeiterinnen aus dem Hinterleib ausgeschieden. In diesen Zellen entwickeln sich die Jungen. Die ersten Arbeiterinnen sind klein, später schlüpfen zunehmend größere Tiere, schließlich Jungköniginnen und Männchen.

Steinhummeln ernähren sich von Nektar und Pollen. Die Jungköniginnen verlassen ihr Winterquartier im April und fressen zunächst den Nektar von Frühlingsblühern wie Lerchensporn (Corydalis sp.), Schlüsselblumen (Primula sp.) und Löwenzahn (Leontodon sp.). Haupttrachtpflanzen sind verschiedene Pflanzen, die auf mageren Standorten vorkommen: Glockenblume, Taubnessel, Distel, Flockenblume, Wiesensalbei, Kohldistel, Weißklee, Disteln und andere ähnliche Arten. Steinhummeln sammeln den Pollen in Wachstöpfen oder leeren Kokons („Pollenstorer“). Zur Versorgung der Brut werden die Larvenwiegen immer wieder geöffnet und mit Pollen versorgt.  

Steinhummeln fliegen in einer Generation im Jahr; Flugzeit der Königin ist von Ende März bis Ende Mai, die der Arbeiterinnen Ende April bis Ende September und die Flugzeit der Jungköniginnen und der Drohnen Ende Juli bis Anfang Oktober.

Steinhummeln scheinen derzeit nicht bedroht  zu sein. Insgesamt gesehen droht den Hummeln  eine gewisse Gefährdung durch die Umwandlung der artenreichen mageren Blumenwiesen zu Fettwiesen, Beseitigung der Waldränder, vermehrte Anpflanzung von fremden Arten in Parks und Gärten sowie die Anwendung von  Pestiziden sowie Gülledüngung in Land- und Forstwirtschaft. Verkehr sowie Gefährdung durch Parasiten (Milben, Ameisen, Motten) und Aktivitäten im Garten (Verbrennen von Laub, Umgraben von Kompost, - dadurch Zerstörung der Nistplätze oder bereits gegründeter Völker) und Insektizideinsatz -bedeuten zusätzliche Bedrohung für diese Insekten.

Als Überlebenshilfe kann man den Hummelarten Flächen mit extensiver Pflege (Düngeeinschränkung bzw. -verzicht, Einschränkung der Mahd) und damit ein vermehrtes Vorkommen ihrer Futterpflanzen anbieten, sowie eine Erhaltung von Saumbiotopen und Kleinstrukturen. Dynamische Bereiche wie Raine, Heckensäume könnten Ausweich- und Überwinterungsquartiere bieten bzw. Hilfe bieten, die Zeit des Grasschnittes zu überdauern. Brutkästen, die in jedem Baumarkt erhältlich sind, könnten zusätzlich als „Hummelhilfe“eingesetzt werden.

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