Biotopkartierung
Kurzbeschreibung des Gesamtprojektes
Beispiel einer Biotopkartierung: BK Hallwang
| 1 | Graben an der Wiener Bundesstraße |
| 2 | Schernbach |
| 3 | Streuobstwiese Zilling West |
| 4 | Streuobstwiese Zilling Südwest |
| 5 | Streuobstwiese Zilling Ost |
| 6 | Streuobstwiese Zilling Nordost |
| 7 | Heimischbergerbach |
| 8 | Petersbergbach |
| 9 | Gehölzsaum |
| 10 | Streuobstwiese Oberesch Nordost |
| 11 | Streuobstwiese Oberesch Mitte |
| 12 | Streuobstwiese Oberesch Süd |
| 13 | Kleines Gerinne südl oberhalb Oberesch |
Definitionen
- Biotop: Darunter versteht man ein Gebiet mit relativ gut charakterisierbaren Umweltverhältnissen, das den Standort und Lebensraum einer charakteristisch zusammengesetzten Biozönose, einer Lebensgemeinschaft von Tier- und Pflanzenarten, bildet.
- Biotopkartierung: Im Bundesland Salzburg wird die Biotopkartierung als - aufgrund flächendeckender Bearbeitung - systematische, jedoch qualitativ selektive Inventarisierung und Dokumentation von Lebensraumflächen einschließlich der Erhebung ausgewählter ökologisch relevanter Parameter durchgeführt.
- Selektivität bedeutet, dass nur bestimmte, in einem Biotoptypenkatalog aufgelistete Lebensräume wie (weitgehend) natürliche Biotope (zB Hochmoore, hochalpine Flächen), naturnahe Biotope (zB naturnahe Wälder), Flächen besonderer biologischer Wertigkeit (zB Hecken, Gewässer), seltene, gefährdete und bedrohte Biotoptypen (zB Schwingrasen, Tümpel), extensive Kulturökosysteme (zB Streuwiesen, Trockenstandorte), tierökologisch bedeutsame Areale (zB Horstwände) oder ästhetisch sowie kulturhistorische bedeutende Landschaftselemente (zB markante Einzelbäume, Alleen) erfasst werden. Nicht kartiert werden Siedlungs- und Verkehrsflächen, intensive landwirtschaftliche Nutzflächen, Ertragswälder und Monokulturen, Hausgärten, Sportanlagen, usw..
- Die Inventarisierung und Dokumentation erfolgt durch Eintragung in Karten auf der Grundlage von Kataster und Luftbildern (Erhebungsmaßstab 1:5000) sowie durch die Beschreibung der erfassten Biotope anhand eines Erhebungsbogens. Dabei werden auch wesentliche Parameter wie Fläche, Exposition, Neigung, Strukturen, Umfeld, Schutzstatus, Maßnahmen zum Erhalt, Bewertung sowie eine Artenliste (Pflanzen) bzw. Vegetationsaufnahme aufgenommen.
Zielsetzungen
Das Konzept der Biotopkartierung ist grundsätzlich anwendungsorientiert, d.h. die direkte Umsetzbarkeit für die Anforderungen der Naturschutzpraxis sowie als Grundlage für Planungen stehen im Vordergrund. Primäre Zielsetzungen sind daher:
- Umsetzung bzw. Sicherstellung der Vollziehbarkeit landesweiter gesetzlicher Biotopschutzbestimmungen
- Erarbeitung von Grundlagen für den vertraglichen Naturschutz (zB Pflegeprämien)
- Dokumentation der Biotopausstattung des Landes und seiner Teilräume im Sinne einer wissenschaftlich fundierten Bestandsaufnahme
- Erfassung der für die landschaftliche Vielfalt und Schönheit wesentlichen Strukturen
- Erhebung von Vernetzungsstrukturen, Verinselungen und ökologischen Defiziträumen
Darauf aufbauende weitere Ziele sind:
- Gewinnung von Erkenntnissen über Entwicklungstendenzen und natürliche Regelmechanismen durch periodische Wiederholung der Erhebungen
- Entwicklung von Revitalisierungs- und Restrukturierungsprogrammen (Landschaftspflege und Biotopmanagement)
- Ausarbeitung von Artenhilfsprogrammen
- Schaffung naturwissenschaftlich fundierter Planungsgrundlagen für andere raum- und landschaftsbezogene Planungen (Raumordnung, Verkehrsanlagenbau, Energie- und Rohstoffversorgung, Landwirtschaft, Forstbetriebe, Tourismus, etc.)
Entwicklung
1990
- Vorbereitungsphase mit Problemanalyse, Sammlung von Informationen und dem Pilotprojekt "Grenzüberschreitende Alpenbiotopkartierung" (Partner: Bayern, UBA Wien)
1991
- Grundlagenentwicklung:
Fachliche Grundlagen (Kartierungsanleitung, Biotoptypenkatalog, Erhebungsbogen, etc.) - EDV-Grundlagen (Naturschutz-Fachdatenbank, SAGIS)
- Einbindung von Land- und Forstwirtschaft (Interessensvertretung)
- Durchführung und Evaluierung von Pilotkartierungen im nordwestlichen Flachgau
- Überarbeitung und Adaptierung des Grundkonzeptes
1992
- Gesetzliche Verankerung im Naturschutzgesetz, weitere Pilotkartierungen im nordwestlichen Flachgau
ab 1993
- Biotopkartierung im größeren Umfang, Präsentationen und Kundmachungen von Ergebnissen
ab 1995
- Einsatz von aktuellen Farbluftbildern als Kartierungsgrundlage sowie des Monoplotting-Verfahrens
1998
- Projektorganisation nach den Gesichtspunkten modernen Projektmanagements
- Beginn der "Grenzbereinigung" (Nachbearbeitung von Kartierungsgebietsgrenzen für übergreifende Auswertungen), Beginn der Aufbereitung für das Internet
ab 2000
- Einsatz von aktuellen Farb-Orthophotos als Kartierungsgrundlage
Aktueller Stand der Biotopkartierung Salzburg (Karte)
Ablaufschema
| Vorbereitung (Herbst) | Festlegung der Kartierungasgebiete, Ausschreibung und Auftragsvergabe (Werkverträge) |
| Grundinformation | Informationsveranstaltungen in den betroffenen Gemeinden mit Vorstellung der Kartierer |
| (Februar, März) | |
| Felderhebzung | Kartierung während der Vdegetationsperiode durch das externe Kartierungspersonal |
| (Mai/Oktober) | |
| Dateneingabe (Winter) | Fachdaten (Naturschutz-Fachdatenbank) |
| Geografische Daten(hochgezeichnete Folien, Digitalisierung, M;onoplotting, SAGIS) | |
| Überprüfung | Approbation nac stichprobenartiger Überprüfung der Daten im Gelände |
| Auswertung | Erstellung von Kartenmappen und Erläuterungsbänden (Biotopbeschreibungen) |
| Präsentation und Kundmachung | Übergabe der Unterlagen an die Gemeinde, Präsentationsveranstaltung in der Gemeinde |
| Amtliche Kundmachung durch die Gemeinde | |
| Sprechtag in der Gemeinde | Klärung offener Fragen, Abschluss von Naturschutz-Förderungsverträgen |
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