Kuckuck
Der Kuckuck wurde von Birdlife, Naturschutzbund und anderen Naturschutzorganisationen zum Vogel des Jahres 2008 ernannt.

Rotkehlchen mit Kuckucksjungem Bild: Dr.N. Koch
Kuckucke sind im Geäst gut getarnt
Der Kuckuck gehört zur gleichnamigen Familie der Kuckucke. Sie sind mittelgroß, schlank und lang gestreckt. Der Schwanz ist lang und abgerundetem, die Beine kurz, die Flügel spitz. Kuckucke sind etwas kleiner als Tauben und wirken im Flug etwas sperberähnlich.
Oberseite und Brust sind blaugrau; der Bauch ist in seiner Grundfarbe weiß mit brauner Querstreifung.
Im Jugendkleid ist die Kehle ebenfalls dicht braun gestreift, die Flügel bräunlich. Junge Kuckucke haben ein graues Gefieder, das mit weißer Querstreifung durchsetzt ist. Der Bauch ist von etwas hellerer Grundfärbung mit brauner Querstreifung.
Kuckucke sind in Eurasien und Nordafrika verbreitet
Kuckucke sind Brutvögel in ganz Europa, sie sind vom nördlichen Afrika bis über Europa nach Asien verbreitet. Sie sind bei uns ein häufiger Brutvogel, der in den Städten fehlt. Kuckucke bleiben von April/Mai bis etwa September in den Brutgebieten. Sie sind Langstreckenzieher, die im tropischen Afrika überwintern. Lebensraum des Kuckucks sind offene Landschaften und naturnahe Lebensräume mit Gehölzen und Büschen, Parks und Gärten, Fluss- und Seeufer mit Schilf und Auenvegetation, Auen, Feuchtwiesen und Moore.
Sie sind Brutschmarotzer
Kuckucke bauen keine eigenen Nester, sie sind Brutschmarotzer, die ihre Eier meist einzeln in die Nester anderer Singvögel legen. Die Kuckuckseier sehen den Eiern des Wirtsvogels meist sehr ähnlich, sodass sie von den Eltern der Brutvögel mit ausgebrütet werden. Bei den Wirtsvögeln handelt es zumeist um Bachstelze, Rohrsänger, Rotschwänze, Pieper, Neuntöter, und Grasmücken. Für den Kuckuck ist es lebensnotwendig, dass die Eier des Wirtsvogels ähnlich aussehen wie die eigenen. Die Brutzeit ist sehr kurz, sie ist kürzer als die der Wirtsvögel (zumeist 12 Tage), sodass der junge Kuckuck, der zumeist eine beachtliche Größe erreicht, die Eier der Singvögel bzw. die Jungen aus dem Nest wirft. Junge Kuckucke wachsen sehr schnell, sodass sie rasch viel größer sind als die Jungen der Wirtsvögel.
Die Aufzucht der jungen Kuckucke durch die Wrtseltern ist Mai bis Juli. Die Jungen haben als superoptimalen Reiz einen roten Rachen, der von gelben Schnabelwülsten umgeben ist. Sie präsentieren diesen den Wirtseltern, sobald diese mit Futter zum Nest kommen. Durch die rote Rachenfärbung werden die Wirtsvögel zur Fütterung des Nestschmarotzers gezwungen und den Kuckuck bereitwilligst aufziehen.
Die Nahrung des Kuckucks sind meist haarige Schmetterlingsraupen, aber auch andere Insekten wie Käfer, Heuschrecken und Libellen. Weibchen fressen auch Eier von Singvögeln.
Der Kuckucksruf ist unverkennbar
Reviergesang des Kuckucksmännchens ist das bekannte, auf der ersten Silbe betonte, weithin hörbare "kuckuck" oder „kuko“. Die Weibchen geben ein trillerndes "kwikwikwi" von sich, der an Zwergtaucher erinnert. Bei Verfolgungsjagden ist ein heiser-räusperndes „guch-chä-chä zu hören. Die Jungen rufen (auch am Zug) bettelnd und durchdringend "psrieh".
Kuckucke sind derzeit ungefährdet
Kuckucke sind nach Angaben von BIRDLIFE regelmäßige, ungefährdete Brutvögel in Österreich. Ihre Bestandsentwicklung ist schwach negativ, dagegen ist die Habitatnutzung extrem positiv, die Entwicklung ihrer Habitatsituation gleich bleibend. vom Menschen erfährt der Kuckuck keine direkte Beeinflussung.Die einzigen möglichen Gefährdungen sind der Klimawandel: Dadurch kann es zu einer Verschiebung der Brutzeit der Wirtsvögel kommen. außerdem sind sie eventuell durch fortschreitenden Lebensraumverlust als auch zunehmende Anwendung von Insektiziden und Herbiziden gefährdet.
Genaue Bestandsangaben gibt es kaum: Die Zahlen scheinen vor allem durch die verschiedene Häufigkeit von Wirtsvögeln von Jahr zu Jahr deutlich zu schwanken. Der Klimawandel wirkt sich ebenfalls negativ auf die Bestandsentwicklung des Kuckuck aus. Einige seiner Wirtsvögel, wie z. B. der Hausrotschwanz und das Rotkehlchen brüten früher als vorher, da sie ihre Wanderschaften von und in die Winterquartiere, vor allem aber ihr Brutverhalten nach den Temperaturen orientieren. Der Kuckuck behält aber seine Zugzeiten bei, da er ein Langstreckenzieher ist und sich vor allem bei den Zeiten seiner Wanderschaften an der Tag-Nacht-Länge orientiert.
Bei uns kommen sie häufig vor, z.B. im Nationalpark Hohe Tauern, im Natura 2000 Gebiet Salzachauen, im Naturschutzgebiet Zellersee, im Natura 2000-Gebiet Wenger Moor, dem Natura 2000-Gebiet Weidmoos sowie zahlreichen anderen Standorten. Trotz dieser guten Bestandessituation ist diese Vogelart durch Landesverordnung landesweit geschützt.

