Kreuzotter
Diese Reptilienart ist gesamteuropäisch verbreitet

Kreuzotter Bild: H.Hinterstoisser
Kreuzottern sind aufgrund ihrer Zeichnung gut erkennbar
Kreuzottern sind relativ kleine (60-80 cm große) tagaktive Giftschlangen, deren Kopf nur wenig vom Rumpf abgesetzt ist. Ihre Schnauze ist rund, die Pupille senkrecht, die Iris ist rötlichbraun bis rot.
Kreuzottern variieren in ihrer Färbung stark : Sie ist graubraun mit dunklen Zick-Zack-Bändern. Das Männchenist kontrastreicher gezeichnet als das Weibchen. Sie können auch vollkommen schwarz seinund werden als Höllenotter bezeichnet. Rötlich-braune Kreuzottern heißen Kupferottern.
Diese Schlangenart stellt vielfältige Lebensraumansprüche
Krezottern kommen in weiten Teilen Europas vor zu den Britischen Inseln und Skandinavien bis über den Polarkreis. Sie fehlt sie in Teilen Deutschlands (Nordrhein-Westfalen selten, Rheinland-Pfalz und Saarland). Sie sind außer der östlichen Flach- und Beckenlagen (Wien und Burgenland) in ganz Österreich häufig. Vertikal kommen sie in Höhenlagen zwischen 500 und 2000 m vor.
Kreuzottern kommen an Sonderstandorten wie Almen, Moore, Sümpfe und Nadelwälder häufig vor. Bevorzugte Lebensraumstrukturen sind Waldränder bzw. Lichtungen sowie lichte Baumbestände. Sie sind auch an Kahlschlägen, Felsen sowie Schutt und Geröllfeldern zu finden. Im Gegensatz zu anderen Reptilienarten kommt die Kreuzotter überproportional häufig in steilem, südexponiertem Gelände vor. Erhöhte Affinität besteht auch zu üppiger bis mäßig entwickelter Krautschicht bei geringem bis mäßigem Gehölzbeständen. Kreuzottern überwintern in gemeinsamen Quartieren in verlassenen Kleinsäugerbauten.
Kreuzottern schlucken ihre Nahrung im Ganzen
Kreuzottern fressen Eidechsen, Frösche, junge Vöge und Mäuse . Sie tötet ihre Beute mit Giftbiss und schluckt sie kopf-voran im Ganzen. Kreuzottern besitzen wie andere Schlangen besondere Ausbildungen im Bereich des Unterkiefers, um den Vorgang des Hinunterwürgens ganzer Beutetiere zu ermöglichen. Giftschlangenbesitzen keine Reiß- und Mahlzähne; durch den Besitz der Giftzähne müssen sie ihre Beute außerhalb des Körpers töten (manchmal auch nur lähmen) und dann im Ganzen schlucken. Wie bei allen allen Vipern finden im Bereich des Kopfes Knochenreduktionen statt, die eine maximale Öffnung der Kiefer und somit das Schlucken großer Beute erlauben.
Die Gesamtentwicklung der Kreuzottern bis zur Geschlchtsreife dauert mehrere Jahre
Die Paarung der Tiere erfolgt in den Monaten April bis Mai. Die Kopulation kann mehrere Stunden andauern; ihr geht meist ein Kommentkampf voraus. Es ist dies ein ritualisierter Scheinkampf, in dem offensichtlich der soziale Rang zwischen zwei, um das Weibchen konkurrierende Männchen festgelegt wird. Meist werden Ende August bis Anfang Oktober 5 - 15 (Ausnahme bis 20) bereits lebensfähige Tiere geboren. Die Jungtiere erlangen nach 3-4 Jahren die Geschlechtsreife.
Kreuzottern sind gefährdet und landesgesetzlich vollkommen geschützt
Kreuzottern sind gefährdet. Ihre Bestandsentwicklung zeigt einen starken Rückgang; der nach Angaben von GOLLMANN (2007) auf Verbuschung, Zunahme der Waldfläche und Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen ist. Die Arealentwicklung ist seit 1980 um 8% rückläufig. Die Habitatverfügbarkeit dieser Schlangenart ist zwar hoch, doch die Situation der Habitatentwicklung zeigt einen stark negativen Wert. Eine Zuwanderung von auswärtigen Populationen ist nicht bekannt.
Die Gefährdungsursachen der Kreuzotter sind vielfältig: sie reichen von Lebensraumverlust durch Zerstörung von Mooren, Aufforstungsmaßnahmen und Verbuschung offener Flächen (Trockenrasen, Feuchtwiesen und andere offene bzw. halboffene Biotoptypen). Für einen Schutz dieser Art sind die Erhaltung von Schlüsselhabitaten wie Paarungsplätze,Winterquartieren und Frühjahrssonnenplätze wichtig. Wesentlich ist auch die Erhaltung der Nahrungsgrundlage für Jungtiere und Vernetzung der Teillebensräume. Neuanlage von Amphibiengewässern kann einem Verlust der Nahrungsgrundlage vorbeugen. Kreuzottern wurden früher aus Unwissen durch den Menschen verfolgt und getötet.
Sie sind laut Roter Liste als gefährdet eingestuft (Tiedemann und Häupl, 1994) und sind im gesamten Bundesland Salzburg durch die Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung vollkommen geschützt.
Weiterführende Links
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere
Stickstoffeintrag durch übermäßige Düngung
Reptilienlebensraum Magerwiese
Amphibiensterben und Klimawandel

