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Kompostieren im eigenen Garten
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Aus Bioabfall entsteht Kompost
Mit dem Kompostieren im eigenen Garten wird ein natürlicher Stoffkreislauf geschlossen. Am Anfang dieses Zyklus stehen die Pflanzen, die mit Hilfe von Sonnenenergie, Bodennährstoffen und Wasser Pflanzenmasse produzieren. Der Mensch nutzt die Pflanzen als Konsument zur eigenen Ernährung. Die dabei anfallenden Bioabfälle werden durch den Rotteprozess am Komposthaufen durch Millionen von Lebewesen, die so genannten Destruenten, in wertvolle Erde verwandelt. Was die Natur auf so wunderbare Weise löst, stellt moderne Industrienationen oft vor große Probleme. Mülldeponien sind ein stummes Zeugnis unterbrochener Stoffkreisläufe. Einen Komposthaufen zu führen ist keine Wissenschaft, sondern bei Beachtung einfacher Grundregeln ein leicht nachvollziehbarer, natürlicher Prozess. Dieses Naturerlebnis sollten wir auch unseren Kindern nicht vorenthalten.
Die Vorteile selbst hergestellter Komposterde sind äußerst vielfältig. Sie hat eine hohe Wasserspeicherfähigkeit und sorgt durch ihre Krümelstruktur für lockeren, gut durchlüfteten Boden. Das fördert ein gesundes Bodenleben. Mit Kompost versorgte Pflanzen sind widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen. Kompost liefert gerade soviel Nährstoffe wie die Pflanze für ihr Wachstum benötigt. Das schützt vor Nitratbelastungen im Grundwasser, wie sie durch Überdüngung entstehen. Darüber hinaus ist Hausgartenkompostierung ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz, weil Kohlendioxidemissionen für die Produktion und den Transport von Mineraldüngern, Pflanzenerden und Pflanzenschutzmitteln unterbleiben. Kompost ersetzt Produkte auf Torfbasis und trägt so zum Schutz der Moore bei. Selbst kompostieren liefert schließlich einen erheblichen Beitrag zur Abfallvermeidung, da die Bioabfälle nicht über die Biotonne separat abtransportiert werden müssen. Rund ein Drittel der Abfälle aus Haushalten sind Bioabfälle.
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Was kann kompostiert werden? |
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Bioabfälle aus Küche und Haushalt
- Obst- und Gemüsereste
 
- Tee- und Kaffeesud mit Filterpapier
(gutes Regenwurmfutter) 
- Zerkleinerte Schnittblumen und Topfpflanzen

- Kleintiermist von Pflanzenfressern

- Speisereste, verdorbene Lebensmittel
 
- Zerdrückte Eierschalen

- Papiertücher, mit Lebensmitteln verschmutztes Zeitungspapier, Servietten
Bioabfälle aus dem Garten
- Baum- und Strauchschnitt (gutes Strukturmaterial; hält den Komposthaufen locker und luftig; auf fingerlange Stücke zerkleinern)

- Unkraut (Beikräuter, in der Mitte des Komposthaufens)

- Laubblätter (Laub von Eiche, Kastanie, Walnuss, Pappel, Platane enthält viel Gerbsäure – daher Gesteinsmehl beimengen)

- Gras, Rasenschnitt (eignet sich als Mulchmaterial; oder anwelken lassen und mit groben Materialien mischen)
- Baumnadeln, Moose (zersetzen sich langsam, gut durchmischen)
- Fallobst
In geringen Mengen kompostierbar
- Gekochte Speisereste, Fischreste (sofort gut abdecken)
- Holzasche (kalk- und kalihaltig)
- Schalen von Südfrüchten (zugelassene Behandlungsmittel sind abbaubar)
- Thujenschnitt
Nicht kompostierbar
- Glas, Metalle, Kunststoffe
- Windeln, Getränkepackungen, usw.
- Staubsaugerbeutel, Kohlenasche
- Problemstoffe
- Hunde- und Katzenkot
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StandortDer Komposthaufen sollte auf einer naturbelassenen ebenen Stelle mit direktem Kontakt zum Gartenboden angelegt werden. Der ideale Kompostplatz liegt im Halbschatten, ist windgeschützt und leicht zugänglich. Pralle Sonne trocknet den Kompost aus. Ein Wasserabfluss verhindert Staunässe und Fäulnisgeruch. Ein ausreichender Abstand zu den Fenstern, Terrassen und Balkonen der Nachbarn ist grundsätzlich zu empfehlen.
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Behälterwahl |
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Die Mietenkompostierung (ohne Behälter) empfiehlt sich besonders dann, wenn größere Mengen vorgesammelten Materials auf einmal aufgesetzt werden sollen. Kompostbehälter dagegen sind bei gleichmäßigem Anfall geringer Mengen Bioabfälle zweckmäßiger. Die Behältersysteme lassen sich in folgende Kategorien einteilen: 1. Preiswerte, oben und unten offene Behälter aus Holz oder Drahtgeflecht, die auch im Eigenbau anzufertigen sind; 2. Geschlossene Behälter, meist aus Kunststoff hergestellt, die gegen zu hohe Feuchtigkeit schützen und in dichten Siedlungsgebieten vor Geruchsbelästigung schützen. Es empfiehlt sich, mindestens zwei Behälter im Garten aufzustellen. Ist der erste Behälter voll, ist es günstig, diese Abfälle in den zweiten Behälter umzusetzen. Das Umsetzen beschleunigt und vereinheitlicht den Kompostierungsprozess. Allgemein empfiehlt sich die Wahl für Komposter mit unten liegenden Entnahmeklappen, damit der unten liegende fertige Kompost nicht mit den darüber liegenden frischen Abfällen vermischt wird.
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Aufsetzen |
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Beim Aufsetzen einer Kompostmiete oder beim Befüllen eines Kompostbehälters muss der Komposthaufen auf offenem Boden anlegt werden. Eine Grundschicht aus Ästen, Zweigen oder Häckselgut sorgt für eine gute Durchlüftung von Unten und verhindert Staunässe. Zur Unterstützung des Rottevorganges immer trockenes und feuchtes sowie strukturreiches (Äste, Zweige) und strukturarmes Material (Grasschnitt, Küchenabfälle) miteinander vermischen. Küchenabfälle und Speisereste sollten sofort mit Laub, Erde oder Gras abgedeckt oder leicht eingraben werden. Das verhindert unangenehme Gerüche und ungebetene Gäste wie Ratten oder Vögel. Die Kompostmiete oder der Kompostbehälter mit Kompostvlies oder langem Gras vor Vernässung durch Niederschläge und Austrocknung schützen.
Umsetzen und Absieben
Wenn der Kompostbehälter voll ist, kann umgesetzt werden. Ohne diesen Vorgang dauert die Verrottung länger. Umsetzen nennt man das Umschichten des Komposthaufens, um ihn neu zu durchlüften, das Randmaterial ins Mieteninnere zu bringen und falls notwendig, korrigierend einzugreifen (Mögliche Fehlerquellen beheben). Dies ist notwendig, wenn der Kompostiervorgang nicht optimal abläuft (zu feucht oder zu trocken) oder der Rotteprozess durch höhere Temperaturen beschleunigt werden soll (idealer Zeitpunkt: wenn sich der Komposthaufen gesetzt hat).
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Nach cirka einem halben Jahr (bzw. ohne Umsetzen nach einem Jahr) kann die fertige Komposterde mit einem Wurfgitter gesiebt werden. In der Regel werden Durchwurfsiebe mit ca. 15 bis 20 mm Maschenweite verwendet. Das Material, das durch das Sieb fällt, ist ausreichend verrottet und verwendungsfähig. Die verbleibenden Grobanteile in der lockerkrümeligen nach Waldboden riechenden Erde können wieder als Strukturmaterial für den neuen Komposthaufen verwendet werden.
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