Kammmolch

Kammmolch (c) M. Jerabek
Sie sind mittelgroß bis groß
Kammmolche sind dämmerungs- und nachtaktiv. Je nach Geschlecht sind sie mittelgroß bis groß; das Männchen erreicht 12-16 cm, das Weibchen bis 18 cm,selten 20 cm. Sie sind durch den Besitz einer dunklen Oberseite und weißlich granulierten Flanken gekennzeichnet.Ihre Unterseite ist orangerot mit schwarzen Flecken. Die Männchen besitzen in der Wassertracht einen tief gezackten Rückenkamm, der durch eine Einkerbung vom hohen Schwanzflossensaum getrennt ist.
Die Tiere bevorzugen feuchte Lebensräume
Kammmolche sind über fast ganz Europa verbreitet, von Mittelfrankreich über Großbritannien, Schweden bis zum Ural im Osten. Sein Vorkommen im Bundesland Salzburg ist auf das Voralpengebiet beschränkt. (Naturräumliche Gliederung). Sie besiedeln offene Landschaften und Waldgebiete mit teilweise besonnten Gewässern. Die Art ist vertikal zwischen 200 bis 900 m Meereshöhe anzutreffen. Bevorzugte Biotoptypen sind Feuchtwiesen, Ruderalflächen, Grünland und Auwälder. Wichtige Lebensraumstrukturen sind Waldränder, lichter Baumbestand, Hecken und Ufergehölze. Die Mehrzahl der Kammmolchvorkommen sind in oder unmittelbar an Stillgewässern mit Flachwasserzonen und submerser Vegetation zu finden.
Kammmolche zeigen ein komplexes Paarungritual
Die Zuwanderung zum Laichgewässer kann schon Mitte März beginnen und sich bis Mitte Mai erstrecken. Das Männchen setzt während der hochkomplizierten Paarung einen Samenträger auf den Boden ab, der vom Weibchen in die Kloake aufgenommen wird. Die Samen können bis zur Eiablage in einer Samentasche gespeichert werden. Die Weibchen legen im Jahr ca. 200-400 Eier, die an Wasserpflanzenblätter angeheftet werden. 10-20 Tage später schlüpfen die Kaulquappen, nach 3-4 Monaten ist die Metamorphose beendet. Die jungen Kammmolche gehen in Mitteleuropa zwischen Ende August und Anfang Oktober erstmals an Land und erreichen nach 2-3 Jahren die Geschlechtsreife. Die Tiere suchen bei uns zwischen Oktober und November die Winterquartiere auf, können jedoch auch im Gewässer überwintern.
Adulte Kammmolche ernähren sich von verschiedenen Wirbellosen wie Wasserflöhen, aber auch Eintags- und Köcherfliegen sowie Zuckmückenlarven. Kammmolchlarven dagegen fressen verschiedene kleine Süßwasserkrebschen.
Kammmolche sind hochgradig gefährdet
Die Entwicklung des Kammmolchbestandes weist einen Rückgang auf. die Art hat einen Arealverlust von 20%. Die Art besitzt hohe Habitatverfügbarkeit der Habitate i die Entwcklung der Habitatsituation ist dagegen extrem negativ. Eine direkte, negative anthropogene Beeinflussung wie Verfolgung und/oder Erschlagen ist nicht gegeben; Zuwanderung von Individuen aus fremden Populationen ist nicht bekannt.
Ihre Feinde sind verschiedene Schlangen und Vögel. Wasserspitzmäuse und größere Laufkäferarten fressen die Jungmolche, die Molchlarven werden von größeren Wasserinsekten, Insektenlarven und Fischen erbeutet.
Diese Ampibienart ist in allen Verbreitungsländern in ihrem Fortbestand hochgradig gefährdet. Wichtige Gefährdungsursachen sind hoher Fischbesatz, Gewässerverschmutzung, Zerstörung der Gewässer- und Landlebensräume, Austrocknung und Verfüllung von Gewässern, Stickstoffeintrag durch Überdüngung und Biozideinsatz zu nennen. Handlungsbedarf besteht in der Restaurierung oder Neuanlage von Laichgewässern. Nach GOLLMANN (207) erschwert die unklare Zuordnung vieler Fundmeldungen ionfolge von Hybridisierungen mit dem Alpenkammmolch und eine Einordnung in die Kategorie CRITICAL ENDANGERED, v(om Aussterben bedroht) . erscheint nach Angaben des Autors als gerechtfertigt. So gilt der Kammmolch als stark gefährdet (Tiedemann & Häupl 1994); die Art ist landesweit vollkommen geschützt (Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung). Er ist überdies Element der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-RL, Anh.II).
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