Logo Land Salzburg
von A bis Z

Bergeidechse (Waldeidechse) -  Reptil des Jahres 2006

Berg-(Wald) eidechse Foto:Naturschutzabteilung

Die Bergeidechse (Waldeidechse) wurde zum Reptil des Jahres 2006 ernannt. Sie ist eine tagaktive, kleine Eidechse mit einer Gesamtlänge von 16 cm.   Der Kopf ist nicht abgesetzt, der Schwanz kräftig; er kann abgeworfen werden . Die Rückenfärbung ist braun, graubraun oder grau mit einem dunklen Längsstreifen und vielen Flecken (Tarnung und Verschmelzen mit dem Untergrund). Die Bergeidechse ist mit mehreren Unterarten über ganz Europa mit Ausnahme der südeuropäischen Halbinseln verbreitet. Sie zeigt ein ähnliches Verbreitungsmuster wie die Kreuzotter. Bei uns sind Waldeidechsen im Alpen- und Voralpenraum und im nördlichen Granithochland beheimatet. Vertikal ist die Bestandsdichte   zwischen 500 und 200 m am größten.
Bergeidechsen leben bevorzugt in Grünland, alpinen und subalpinen Gras-/ Krautbeständen, Mooren und Sümpfen und Laub-Nadel-Mischwäldern, Waldrändern sowie Feuchtwiesen. Bevorzugte Strukturen innerhalb der Lebensräume sind Kahlschläge, Schutt- und Geröllfelder  sowie lichter Baumbestand. Bergeidechsen werden auch oft in steilem, südlich geneigtem Gelände gefunden. Die Vegetationsstruktur in ihrem Lebensraum ist durch mäßige bis üppige Krautschicht bei geringer Gehölzschicht charakterisiert.

Die Tiere erscheinen in der zweiten Hälfte des März und verschwinden in der Zeit von September bis Oktober, abhängig von der Meereshöhe ihres Vorkommens. Die Paarungszeit ist in Mitteleuropa Mai bis Anfang Juni. Jungtiere finden sich in der Zeit von Anfang April bis Anfang Oktober. Bergeidechsen bringen nach 3 Monaten Tragzeit 3-10 lebende Junge zur Welt . Die Lebendgeburt ist eine Anpassung und damit Selektionsvorteil an die rauen Klimabedingungen in ihrer Heimat.

Die Gefährdung der Bergeidechse ergibt sich durch Lebensraumverlust: durch das Heranmähen bis an den Waldrand gehen wertvolle Ökotone verloren, auch Aufforstungen von Waldlichtungen, Biozideinsatz, sowie eine Entfernung von Hecken und Gewässern sowie Verbuschung offener Flächen  und Umwandlung von Laubwälder in Fichtenforste ist schuld an der schweren Situation der Bergeidechse.

Bergeidechsen sind österreichweit laut Roter Liste als vom Aussterben bedroht einzustufen RL-Ö=1 (Tiedemann & Häupl 1994)und gehören im Bundesland Salzburg zu den vollkommen geschützten Tierarten (Pflanzen- und Tierarten-Schutz-VO 2001).

 Literatur





Rückfragen: M.Hubka