Weinbergschnecke
Die Weinbergschnecke ist Weichtier des Jahres 2007
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Weinbergschnecke; Bildquelle: www.pixelio.de
Sie sind die größten heimischen, gehäusetragenden Landschnecken.
Der Naturschutzbund Österreich und die Malakologen der Universität Salzburg haben die Weinbergschnecke stellvertretend für alle österreichischen Weichtiere zum "Weichtier des Jahres 2007" gewählt.
Sie gehören den Lungenschnecken an. Ihre Größe beträgt 4-5 cm. Weinbergschnecken sind in ganz Mitteleuropa zu finden und kommen bevorzugt auf kalkreichen, feuchten Böden vor. Oft sind sie am Wegrand und an Waldrändern mit dichtem Pflanzenbewuchs zu finden.
Weinbergschnecken besitzen einen mehrfach gegliederten Körper
Der Schneckenkörper gliedert sich in Kopf, Fuß und Eingeweidesack. Teile des Kopfes sind die vier Fühler mit den Augen, die Raspelzunge und ein Teil des Nervensystems. Der Fuß trägt die Kriechsohle und enthält zahlreiche Drüsen. Durch Kontraktionen der Sohle kann sich das Tier fortbewegen und hinterlässt dabei eine Schleimspur. Dieser Schleim dient der Verankerung des Tieres am Substrat.
Der Eingeweidesack enthält die inneren Organe wie Magen, Darm, die Fortpflanzungsorgane und verschiedene Drüsen; er wird durch die Schale geschützt.
Schnecken ernähren sich von weichen Pflanzen und Pflanzenteilen, die sie mit der Reibzunge abraspeln, z.B. Algen oder Blätter. Weinbergschnecken fressen auch die Gelege von anderen, potenziell schädlichen Schneckenarten und gelten somit als Nützling.
Selbstbefruchtung ist bei diesen Tieren umöglich
Weinbergschnecken sind zwittrig, d.h. jedes Tier trägt sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Dennoch können sich die Tiere nicht selbst begatten. Beim Liebesspiel richten sich die Tiere aneinander auf und stoßen einander den sogenannten Liebespfeil in den Fuß. Die Begattung ist gegenseitig; einige Wochen nach der Paarung werden die Eier in eine Erdgrube abgelegt, aus denen nach ca.2 Wochen die Jungschnecken mit unvollständig entwickelter Schale schlüpfen.
Weinbergschnecken halten Winterschlaf
Diese Schneckenart verkriecht sich für den Winterschlaf in die Erde, nachdem sie sich möglichst viel Vorrat angefressen haben. Während dieser Zeit verschließt das Tier die Schalenöffnung mit einem Kalkdeckel um sich vor Austrocknung und Feinden zu schützen. Dieser Kalkdeckel wird im Frühjahr wieder abgestoßen und das Tier kriecht heraus, um nach der langen Hungerzeit seinen verbrauchten Nahrungsspeicher wieder aufzufüllen.
Weinbergschnecken sind in Salzburg geschützt
Weinbergschnecken sind durch Biotopverluste gefährdet. Außerdem gelten sie als Delikatesse Eine zusätzliche Gefährdung ergibt sich durch neu hinzugekommene, invasive Schneckenarten (sog. Neobionten,(z.B. :Rote Wegschnecke, Spanische Wegschnecke usw), die ihre Lebensräume besetzen und so die Weinbergschnecken aus ihren Habitaten verdrängen.
Nach ZULKA et al. (2007) ist ihre Bestandessituation häufig. Die Bestandesentwicklung ist negativ (d.h. abnehmend). Die Entwicklung der Schneckenhabitate ist schwach negativ, die Habitatverfügbarkeit mittelmäßig.eine Gefährdung durch den Menschen scheint nicht gegeben; eine Einwanderung von außen findet nicht statt Im Bundesland Salzburg ist die Weinbergschnecke durch Verordnung eine vollkommen geschützte Tierart.



