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Weinbergschnecke

Weinbergschnecke;                            Bildquelle: www.pixelio.de

Weinbergschnecken sind die größten, bei uns vorkommenden Schnecken

Sie sind die größten heimischen, gehäusetragenden Landschnecken. Sie gehören den Lungenschnecken an. Ihre Größe beträgt 4-5 cm.  Weinbergschnecken sind in ganz Mitteleuropa zu finden und kommen bevorzugt auf kalkreichen, feuchten Böden vor.  Oft sind sie am Wegrand und an Waldrändern mit dichtem Pflanzenbewuchs zu finden.

Weinbergschnecken besitzen einen mehrfach gegliederten Körper

Der Schneckenkörper gliedert sich wie bei allen anderen Weichtieren in Kopf, Fuß und Eingeweidesack. Der Kopf trägt die vier Fühler mit den Augen, die Raspelzunge sowie einen Teil des Nervensystems.
Der Fuß trägt die Kriechsohle und enthält zahlreiche Drüsen. Durch Kontraktionen der Sohle  kann sich das Tier fortbewegen und hinterlässt dabei eine Schleimspur. Dieser Schleim dient der Verankerung des Tieres am Substrat.
Der Eingeweidesack enthält die inneren Organe wie Magen, Darm, die Fortpflanzungsorgane und verschiedene Drüsen; er wird durch die Schale geschützt. Schnecken ernähren sich von weichen Pflanzen und Pflanzenteilen, die sie mit der Reibzunge abraspeln, z.B. Algen oder Blätter. Weinbergschnecken fressen auch die Gelege von anderen, potenziell schädlichen Schneckenarten und gelten somit als Nützling.

Selbstbefruchtung ist bei diesen Tieren umöglich

Weinbergschnecken sind zwittrig, d.h. jedes Tier trägt sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Dennoch können sich die Tiere nicht selbst begatten. Beim Liebesspiel richten sich die Tiere  aneinander auf  und stoßen einander den sogenannten Liebespfeil in den Fuß. Die Begattung ist gegenseitig; einige Wochen nach der Paarung werden die Eier in eine Erdgrube abgelegt, aus denen nach ca.2 Wochen die Jungschnecken mit unvollständig entwickelter Schale schlüpfen.


Weinbergschnecken halten Winterschlaf

Diese Schneckenart verkriecht sich für den Winterschlaf in die Erde, nachdem sie sich möglichst viel Vorrat angefressen haben. Während dieser Zeit verschließt das Tier die Schalenöffnung mit einem Kalkdeckel um sich vor Austrocknung und Feinden zu schützen.  Dieser Kalkdeckel wird im Frühjahr wieder abgestoßen und das Tier kriecht heraus, um nach der langen Hungerzeit seinen verbrauchten Nahrungsspeicher wieder aufzufüllen.


Weinbergschnecken sind selten

Laut ZULKA et.al. (2007) ist die Berstandessituation der Weinbergschnecke als "selten" eingestuft; die Autoren beschreiben die Bestandesentwicklung mit einem geschätzten Rückgang der Bestände um 50 %, , die Arealentwicklung ist schwankend; die Habitatverfügbarkeit ist 41-50%, d.h. dass nur etwa 50% der bekannten, potenziellen Schneckenhabitate zur Verfügung stehen. Die Entwicklung der Schneckenhabitate ist schwach negativ. Es scheint eine schwach negative direkte Beeinflussung durch den Menschen durch Anwendung von Schnecken - und Pflanzengiften  gegeben.
ist  die Weinbergschnecken sind ein, im Bundesland Salzburg durch Verordnung vollkommen geschützte Tierart.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Listen

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

Lebensraum der Weinbergschnecke

Lebensraum und Gefährdung der vierzähnigen Windelschnecke

Lebensraum und Gefährdung der schmalen Windelschnecke

FFH-Richtlinie

Biodiversität in Österreich

Umweltbundesamt


Rückfragen: Mag. Michael Hubka