Grünspecht
Grünspechte ähneln den Grauspechten
Grünspechte sind Vertreter der Familie Spechte. Sie sind grünlich und ähneln im Verhalten und dem Aussehen dem Grauspecht. Ihre Oberseite ist grünlich, die Bauchseite zum Gegensatz zu seiner Zwillingsart schwarzbraun gestreift. Beide Geschlechter besitzen in allen Kleidern einen roten Oberkopf, der von der Stirn bis zum Nacken reicht. Grünspechtmännchen besitzen einen roten, schwarz umrandeten Wangenstreif, der bei den Weibchen fehlt. Vom Schnabel bis hinter die Augen zieht sich eine schwarze Gesichtsmaske.
Auffällig ist der gelbe bis gelbgrüne Bürzel bei beiden Geschlechtern, das besonders beim Flug gut zu erkennen ist. Grünspechte fliegen in stark gekrümmten Bögen. Im Jugendkleid ist das Gefieder stark gestrichelt und gefleckt.
Die Vögel sind über ganz Europa heimisch
Grünspechte sind Brutvögel in Europa und Vorderasien, von Spanien und Großbritannien, Skandinavien bis Russland bis Kaukasus, Anatolien, Kaukasus und Nordiran. Sie leben in Laub- und Mischwäldern, größeren Gehölze, Park- und Streuobstanlagen, ausgedehnten Wäldern mit größeren Lichtungen zur Nahrungssuche, in den Gebirgen aber auch in Bergnadelwäldern und kommen bis in die subalpine Stufe vor.
Grünspechte sind Spezialistenspezialisten
Die Vögel halten sich viel am Boden auf, wo sie als Nahrung am Boden lebende Insekten und Ameisen suchen; gelegentlich fressen sie auch Regenwürmer und Schnecken, Beeren und Obst. Der Grünspecht ist der ausgeprägteste Spezialist in Bezug auf Ameisen unter den Spechten. Als spezielle Anpassung besitzt er eine schlanke, wurmförmige Zunge, die bis zu 10 cm vorstrecken werden kann. Die Zunge ist klebrig; die verhornte Zungenspitze ist mit Haken bewehrt und eine hervorragendes Instrument zur Nahrungssuche.
Der Vogel kann mit seinem Schnabel Löcher in Ameisennester oder in weiche Baumstubben schlagen, in welche er mit diesem eindringt. Die Ameisenlarven und Puppen bleiben an der hakenbewehrten Zungenspitze hängen. Die erwachsenen Insekten bleiben an seiner mit Speichel überzogenen Zunge kleben. Sie können Ameisennester auch unter dem Schnee finden.
Sie benötigen Weichhölzer zur Brut
Grünspechte sind Höhlenbrüter: entweder zimmern sie sich Bruthöhlen selbst oder sie nehmen bereits vorhandene Höhlen an. Zur Neuanlage von Bruthöhlen bevorzugen sie Weichhölzer und kranke Bäume. Legebeginn ist ab Ende April, etwas früher als beim Grauspecht. Sie haben 1 Jahresbrut, legen 5-8 weiße Eier; die Brutdauer beträgt 2 Wochen bzw. etwas länger. Die Jungen verbleiben noch etwa 4 Wochen im Nest.
Die lachende Stimme des Grünspechts ist während der Brutzeit hörbar
Grünspechte trommeln sehr selten, viel weniger als Grauspechte; die Wirbel sind schnell, lang und dauern etwa 1,5 sec. Seine Rufe sind als ein lautes „kjück““ oder „kjäck“ zu erkennen, während der Brutzeit kann man auch ein lachendes „klüklüklüklüklü“ wahrnehmbar.
Grünspechte sind derzeit ungefährdet
Grünspechte kommen im Bundesland Salzburg u.a. im Nationalpark Hohe Tauern, im Natura 2000-Gebiet Salzachauen zwischen Oberndorf und Berndorf, Feuchtwiesen in Wals und im Naturwaldreservat Prossauwald in Gastein vor.
Gesamtösterreichisch gesehen gehören Grünspechte aktuell zu den derzeit ungefährdeten Brutvögeln. Seine Bestandsentwicklung weist zwar einen schwachen Rückgang auf, jedoch ist seine Habitatverfügbarkeit extrem positiv, die Entwicklung seiner Habitatsituation ist gleich bleibend, die direkte anthropogene Beeinflussung schwach positiv.
Nach den Bestimmungen der Tier- und Pflanzenartenschutzverordnung zählt der Grünspecht im Bundesland Salzburg landesweit zu den vollkommen geschützten Vogelarten.
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere

