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Gelbbauchunke

Diese aufällige Amphibienart besiedelt auch sehr kleine Lebensräume

Gelbbauchunke (B. variegata ) Foto W.Forstmeier


Gelbbauchunken sind in fast ganz Europa präsent

Sie sind kleine, 4 -5 cm großer Froschlurche, mit einer graubraunen bis schwärzlichen, stark warzigen Oberseite, die oft mit helleren Flecken durchsetzt ist. Bauchseitig sind sie fast glatt und mit auffällig gelben bis orangefarbenen Flecken gekennzeichnet. Adulte Gelbbauchunken zeichnen sich durch den Besitz von herzförmigen Pupillen aus, ihr Trommelfell ist nicht sichtbar. Die Schnauze ist rund, Schallblasen sind vergleichbar den Fröschen nicht vorhanden. Eine Verwechslungsmöglichkeit ist mit der Rotbauchunke gegeben, die in Salzburg nicht vorkommt. Sie besiedeln Mittel und Süd- bzw. Südosteuropa einschließlich Italien und Frankreich bis hin zu den Pyrenäen und fehlen in Spanien, Sizilien und Südgriechenland sowie den Mittelmeerinseln.

Ursprünglich besiedelte dieser Vertreter der Amphibien Bach- und Flussauen. Sie ist in ihrem Lebensraum eng an Gewässer und Kleinstgewässer gebunden. Sie besiedeln die im Zuge der Auendynamik entstandenen Klein- und Kleinstgewässer; als Ersatzlebensraum nehmen sie Pfützen, Traktorspuren und kleine Wassergräben. an. Sie benötigen in ihrer Aktivitätszeit (Ende April bis Ende September) Gewässer. Als Pionierart sind sie in der Lage, neu entstandene Gewässer rasch zu erobern. Das erfordert eine Wanderbereitschaft bei Jung- und Adulttieren. Diese Amphibienart bevorzugt flache, gut besonnte Gewässer in ungeordneten Landschaften, in Steinbrüchen, auf Ödland, oder im bewaldeten Bereich.  Sie hat nicht sehr viele Feinde, obwohl Verluste durch Molche und Ringelnattern entstehen

Kleinstlebensräume sind die Laichhabitate der Gelbauchunke; sie sind nicht an ein Laichgewässer gebunden wie Frösche und Kröten . Die Paarungsrufe der Männchen sind dumpfe, regelmäßige uh-uh-uh - Rufe etwa im Sekundenabstand. Gelbbauchunken heften kleine, kugelförmige, selten längliche Eipakete an Wasserpflanzen. Ihre Larven sind relativ groß (bis 5 cm), die ein abgerundetes Schwanzende besitzen und deren oberer Flossensaum höchstens bis zur Rumpfmitte reicht.  Libellenlarven stellen den Kaulquappen nach. Verluste entstehen durch Trockenfallen der Kleinstgewässer während des Larvenstadiums, obwohl die Entwicklung relativ schnell vor sich geht.


Llautsprechersymbol Ruf der Gelbbauchunke


Sie gehören  zu den europaweit gefährdeten Tierarten

Die Bestandesentwicklung dieser Art ist schwach negativ.Die Bestände der Voralpen dürften nach GOLLMANN (2007) einigermaßen stabil sein.In anderen Gebieten sind sie dagegen stärker rückläufig. Die Entwicklung der Habitatsituation ist extrem negativ, die Verfügbarkeit der vorhandenen Habitate extrem positiv. Zuwanderung von Tieren aus auswärtigen Populationen findet nicht statt

Gelbbauchunken sind durch Aufschüttung, Verfüllung der Waldtümpel mit Schutt und Müll, weitgehender Verlust der natürlichen Auen und Rückgang von Kleingewässern, Befestigung der Feld- und Waldwege, aber auch Nadelwaldaufforstungen, sowie Verfüllungen von Schottergruben (wichtige Sekundärbiotope für Amphibien) gefährdet. Handlungsbedarf besteht in der Kartierung und Erhebung vorhandener Bestände, Erfassung der Populationsdichten sowie geeignetes Habitatmangement (Sicherstellung ausreichender Dynamik der Kleingewässer).

Gelbauchunken stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten (Tiedemann und Häupl 1994). Sie sind landesweit durch die Salzburger Tier- und Pflanzenarten-Schutzverordnung geschützt; überdies sind sie Element der FFH-RL (Anh.II).

Literatur


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Weiterführende Links

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Liste

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Berner Konvention

Stickstoffeintrag durch übermäßige Düngung

Reptilienlebensraum Magerwiese

Amphibiensterben und Klimawandel

Biodiversität in Österreich

Biogeographische Regionen

Umweltbundesamt

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Rückfragen: Mag. Michael Hubka