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Waldameisen

Rote Waldameise      Bildquelle:www.pixelio.de

ameisennest         Bildquelle: www.pixelio.de

Rote Waldameise  Bildquelle(2): www.pixelio.de

Ameisenhügel


Waldameisen sind Staatenbildner

Waldameisen gehören systematisch zu den Hautflüglern  und werden neben den Bienen, Wespen, Hummeln und Termiten den staatenbildenden Insekten zugerechnet.

Sie besitzen Punktaugen und längere Geißelglieder als die Wegameisen. Ihre Körperlänge ist 4-11mm, Kopf und Brust bzw. Beine und Hinterleib sind schwarzbraun, der übrige Körper rot gefärbt. Bruststück und der Hinterleib sind durch ein Zwischenstück verbunden.  Die Königin (eine Königin pro Volk) ist etwas größer als die Arbeiterinnen und diese wiederum etwas kleiner als die Männchen. Die Männchen sind beflügelt, die Königin wirft die Flügel an einer Bruchnaht nach der Hochzeit ab, die Arbeiterinnen sind flügellos.

Waldameisen leben an offenen Stellen in Wäldern und an Waldrändern, in nicht zu dichten Nadelwäldern, wo sie Hügelnester anlegen. Der sichtbare obere Nestteil besteht hauptsächlich aus Fichtennadeln und kann eine Höhe von 1m erreichen. In der Mitte befindet sich meist ein Baumstumpf, unter der Erde ist das eigentliche Nest als Kammer- und Gangsystem angelegt. Das Ameisenvolk überwintert nahe der Erdoberfläche.

Den Arbeiterinnen obliegt die Beschaffung der Beutetiere. Es werden vor allem Insekten erbeutet. Diese sind zumeist größer als die übrigen Tiere; durch diesen Umstand ist es nötig, dass mehrere Ameisen zusammen ein Tier erlegen, welches durch das Ameisengift wehrlos gemacht wird. Das Gift besteht  aus Ameisensäure, die für den Menschen ätzend, für kleinere Tiere aber tödlich ist. Dadurch werden auch viele Forstschädlinge unter den Insekten, wie der Buchdrucker beseitigt. Waldameisen stehen in einem engen Beziehungsgefüge zu anderen Tier- und Pflanzenarten. Ameisen sind Allesfresser: Am Speiseplan von Waldameisen stehen auch Forstschädlinge wie Lärchenminiermotten, Lärchenwickler und Blattwespenlarven.  Waldameisen verbreiten Tausende von Samen und tragen zur Verbreitung vieler Pflanzen und der Diversität im Wald bei.  Spechten wie dem Bunt-, Schwarz- oder Grauspecht dienen Ameisen und Ameisenlarven als Nahrung, aber auch für Auer- und Birkwild sind Ameisen als Nahrungsquelle, besonders bei der Jungenaufzucht wichtig.

Waldameisen benötigen Wärme durch Sonnenstrahlung, aber nicht die ständige Sonneneinstrahlung während des ganzen Tages. Daher findet man Ameisenhügel bevorzugt in Waldrandnähe und in Lichtungen. Bäume in der Nähe des Ameisenhügels sind als sogenannte Belaufbäume wichtig, da Ameisen auf diesen Bäumen auf die Läuse zur Honigtaunutzung angewiesen sind. Honigtau, der von den Rindenläusen ausgeschieden wird, dient den  Ameisen als Kohlenhydratquelle.

Eine Umsiedlung der Völker ist nur in Ausnahmefällen, sozusagen als Notmaßnahme sinnvoll und erlaubt. Sonst ist eine Störung der Waldameisenvölker unzulässig; als Nützlinge im Wald sind sie und ihre Nester (Hügelbauten) nach den Bestimmungen der Salzburger Pflanzen- und Tierartenschutzverordnung landesweit geschützt.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Washingtoner Artenschutzabkommen

Biodiversität in Österreich

Umweltbundesamt

Blumenwiesen als Lebensraum für Insekten

Insektenlebensraum Wald


Rückfragen: Mag.Michael Hubka