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Erdkröte

Erdkröten sind leicht erkennbare Amphibien

Erdkröte (Bufo bufo) bild: Martin Kyek



Erdkröten sind in ganz Europa anzutreffen

Sie sind die größte europäische Krötenart, wobei das Weibchen größer ist als das Männchen. Ihr Körper wirkt kräftig und gedrungen. Erdkröten haben eine runde Schnauze und eine stark warzige Haut, wobei die Färbung der Oberseite von grau bis braun reicht.

Erdkröten sind in ganz Europa mit Ausnahme einiger südeuropäischer Inseln und des hohen Nordens verbreitet. In Österreich sind sie in allen Bundesländern von planaren Tallandschaften bis in die alpine Höhenstufe (etwa 115 - 2100 m) anzutreffen.

Als Landlebensraum wählen Erdkröten halboffene Mischwälder, gehen aber als Kulturfolger auch in reich strukturierte Gärten und bäuerliche Siedlungsstrukturen. Erdkröten im Garten gelten als Schädlingsvertilger (z.B. Schnecken).  

Als Laichgewässer werden große Gewässer (über 500 m2) mit einer Wassertiefe von mindestens 1 m bevorzugt. Erdkröten sind bekannt für ihre Treue zum eigenen Geburtsgewässer.

Zwischen Ende Februar und Ende März wandern die Erdkröten zu den Laichgewässern, wobei sie Distanzen bis zu vier Kilometer zurücklegen können. Die Männchen sind in dieser Zeit durch ihren Lockruf "öäck, öäck" weithin hörbar. In den Laichgewässern werden von den Weibchen nach der Paarung zwischen 1000 und 3000 Eier als doppelreihige Laichschnüre an Wasserpflanzen geheftet. Die Kaulquappen der Erdkröte sind relativ klein, haben eine schwarze Ober- und eine helle Unterseite, und zeigen ein ausgeprägtes Schwarmverhalten, das dem Schutz vor Fressfeinden dient.

Erdkröten stehen auf der Liste gefährdeter Tierarten

Erdkröten kommen aktuell in Österreich und auch in Salzburg vor.
GOLLMANN (2007) schätzt die Bestandesentwicklung als gleich bleibend ein. Der Autor gibt die Habitatverfügbarkeit mit "extrem positiv" an. allerdings ist nach seinen Angaben die Habitatsituation "extrem negativ". Aus diesen Gründen und wegen der österreichweiten Bestandsrückgänge wurde die Art unter "Near threatened" (Gefährdung droht) eingestuft.

Die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen (Habitatfragmentierung) sowie der Verkehrstod bei der Wanderung zu und von den Laichgewässern, die Veränderung und Zerstörung von Gewässern, aber auch die intensive Landwirtschaft (Flurbereinigung, Düngung), sind die Ursachen für die Gefährdung.
Eine Möglichkeit, dem Massensterben an den Straßen zu begegnen, ist die „Zaun-Kübel-Methode“, die jedoch ziemlich aufwändig ist. Die Tiere werden vor der Straße an Amphibienschutzzäunen in Kübeln abgefangen und auf die andere Straßenseite getragen. Eine langfristige Sicherstellung der Straßenquerung ist jedoch nur durch den Einbau von Amphibienschutzanlagen möglich, von denen es in Salzburg bereits einige gibt, zB in Tweng und Koppl.

Die Erdkröte ist laut Roter Liste als gefährdet eingestuft (Tiedemann & Häupl 1994, Umweltbundesamt 2004) und gehört  im Bundesland Salzburg zu den vollkommen geschützten Tierarten (Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung (LGBl Nr 18/2001)).

Ruf der Erdkröte

Literatur




Weiterführende Links

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Liste

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Berner Konvention

Stickstoffeintrag durch übermäßige Düngung

Reptilienlebensraum Magerwiese

Amphibiensterben und Klimawandel

Biodiversität in Österreich

Biogeographische Regionen

Umweltbundesamt

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Rückfragen: Mag. Michael Hubka