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Wirtschaft

Die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ließen in Salzburg das Bruttoregionalprodukt (BRP) von 20,5 Mrd. € im Jahr 2008 auf 19,9 Mrd. € im Jahr 2009 sinken, dennoch war die (nominelle) Wirtschaftsleistung 2009 um 19,2 % höher als 2004. Das BRP je EinwohnerIn, als Indikator für den Wohlstand der Bevölkerung, stieg in diesen fünf Jahren um 17,3 % auf rund 37.600 €, das BRP je Beschäftigtem (inkl. Selbständige), als Indikator für die Leistung der Salzburger Arbeitskräfte, stieg um 10,2 % auf rund 73.200 €.

  

Einkaufswägen
  

Das Krisenjahr 2009 findet auch in den Exportdaten und den Produktionswerten einzelner Wirtschaftsbereiche seine Entsprechung. Die Salzburger Betriebe der (Wirtschaftskammer­)Sparten Gewerbe, Industrie und Handel exportierten im Jahr 2009 Waren und Dienstleistungen im Wert von 6,3 Mrd. €, was einem Minus von 14,8 % gegenüber 2005 entspricht (die Daten werden nur alle zwei Jahre erhoben). Rund zwei Drittel der Exporte geht in die anderen EU-Länder, rund ein Viertel in Länder außerhalb Europas.

Wie verlief die Entwicklung in der gewerblichen Wirtschaft, die die Bereiche Herstellung von Waren zuzüglich Bergbau, Bauwesen sowie Energie und Wasser umfasst? Der Produktionsindex, der die reale, preisbereinigte Veränderung des Produktionsvolumens misst, ist ausgehend von 100 Punkten im Jahr 2005 auf 119,4 Punkte im Jahr 2007 angestiegen, um danach leicht auf 116,6 Punkte (2008) und drastisch auf 101,9 Punkte (2009) zu sinken. Damit war im Jahr 2009 das reale, preisbereinigte Produktionsvolumen der gewerblichen Wirtschaft nur geringfügig (um 1,9 %) höher als 2005. (Durch die Umstellung des Produktionsindex auf das Basisjahr 2005 sind keine Daten für frühere Jahre verfügbar.)

In den Bereichen Herstellung von Waren einschließlich Bergbau und Bauwesen verlief die Entwicklung mit Zuwächsen bis 2007 und Rückgängen in den Jahren 2008 und 2009 zwar ähnlich, die Warenherstellung inkl. Bergbau war jedoch wesentlich stärker von der Wirtschaftskrise betroffen als das Bauwesen. Konkret kam es in der Warenherstellung inkl. Bergbau zu einem realen Produktionsrückgang von 2007 auf 2009 im Ausmaß von 20,2 %; im Vergleich zu 2005 ergibt sich ein Minus von 5,8 %. Die preisbereinigten Umsätze im Bauwesen sind hingegen von 2007 auf 2009 "lediglich" um 6,9 % gesunken, und im Vergleich zu 2005 verbleibt ein Plus von 14,7 %.

Im Tourismusjahr 2009/10 wurden in Salzburg über 5,7 Mio. Gäste begrüßt und knapp 24,0 Mio. Nächtigungen verbucht, das sind um 11,1 % (Ankünfte) bzw. 5,7 % (Nächtigungen) mehr als fünf Jahre zuvor. Mehr als die Hälfte der Nächtigungen, nämlich 13,8 Mio. bzw. 57,6 % entfielen 2009/10 auf die Wintersaison (+ 4,3 % gegenüber 2004/05), 10,2 Mio. bzw. 42,4 % auf die Sommersaison (+ 7,6 % gegenüber 2004/05). Die Krise hat sich auf die Reiselust nur wenig ausgewirkt: Sowohl die Ankünfte (– 0,7 %) als auch die Zahl der Übernachtungen (– 2,1 %) waren im Tourismusjahr 2008/09 im Vergleich zu 2007/08 nur leicht rückläufig. 2009/10 wurden aber die Zahlen von 2007/08 wieder übertroffen (Ankünfte) bzw. knapp erreicht (Nächtigungen).
Da die Zahl der Ankünfte mit 11,1 % wesentlich stärker gestiegen ist als die Zahl der Übernachtungen mit 5,7 %, ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 4,4 Tagen im Jahr 2004/05 auf aktuell (Tourismusjahr 2009/10) 4,2 Tage gesunken. Damit setzte sich der Trend zu kürzeren Urlauben weiter fort.
Der 5-Jahresvergleich lässt weiters den Trend hin zum Qualitätstourismus deutlich erkennen: Von 2004/05 auf 2009/10 ist nämlich die Zahl der Nächtigungen in Hotels und ähnlichen Betrieben mit einem Plus von 8,0 % wesentlich stärker gestiegen als in Privatquartieren, die eine Zunahme bei den Nächtigungen von "lediglich" 1,9 % verbuchen konnten.

Obwohl die Zahl der Unterkünfte von 2004/05 auf 2009/10 um 5,2 % auf 11.255 Unterkünfte zurückgegangen ist, wurde das Bettenangebot um 4,2 % auf 234.569 Betten ausgeweitet. Fast die Hälfte der zusätzlichen Betten wurde im Qualitätssegment, d.h. in Hotels und ähnlichen Betrieben, angeboten (+ 4,3 % gegenüber 2004/05). Bei den Privatquartieren kam es in den betrachteten fünf Jahren zu einer geringfügigen Ausweitung des Bettenangebotes, konkret um 1,1 %. Der Trend zum Qualitätsurlaub lässt sich somit auch an der Entwicklung der Bettenzahlen ablesen.

  

Bruttoinlandsprodukt         Veränderung  
2009 (1) gegenüber
2004 in %

Bruttoinlandsprodukt nominell in Mio. € 19.882 19,2
    je Einwohner in € 37.562 17,3
    je Beschäftigten in € (2) 73.176 10,2
Anteil an Österreich in % 7,2 0,1 (3)

  

Tortendiagram zum Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftsbereichen

 

(1) auf Grund der vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) ausgewiesenen realen Veränderungsraten für Salzburg sowie der von Statistik Austria ausgewiesenen Differenz zwischen den realen und nominellen Veränderungsraten für Österreich für 2009 branchenweise fortgeschriebenes Ergebnis von 2008
(2) bezogen auf die Beschäftigten gem. Arbeitskräfteerhebung, die in Privathaushalten (nicht in Anstaltshaushalten) leben; inkl. Selbständige, mithelfende Familienangehörige und KinderbetreuungsgeldbezieherInnen; ohne Präsenz-/ZivildienerInnen
(3) Differenz der ungerundeten Prozentwerte in Prozentpunkten
(4) abgegrenzt (noch) nach der früheren Wirtschaftssystematik, der ÖNACE 2003

  

Außenhandel Veränderung
2009 gegenüber
2005 in %

Exporte in Mio. € (1) 6.322,1 - 14,8
    darunter EU(27)-Staaten 4.046,3 - 17,2
                    EFTA-Staaten 319,0 3,5
                    übriges Europa 399,8 - 3,9
                    Überseeländer 1.556,9 - 14,0

  

(1) eingeschränkt auf die Sparten Handel, Gewerbe und Industrie

  

Land- und Forstwirtschaft     Veränderung
2009 gegenüber
2004 in %

Betriebe (2007 zu 2003) 10.028 0,2
Arbeitskräfte (2007 zu 2003) 27.154 - 2,2
Viehbestand nach Tiergattungen (1.12.)(1)
    Rinder 166.251 - 3,6
    Schweine 8.306 - 19,6
    Schafe und Ziegen 30.840 - 9,5
Kuhmilcherzeugung in Tonnen 329.151 2,1
Holzeinschlag in Festmeter 1.225.143 - 13,7

  

(1) Ergebnisse einer hochgerechneten Stichprobenerhebung; dabei sind insbesondere bei kleinen Werten, wie etwa bei der Zahl der Schweine, stichprobenbedingte Zufallsschwankungen möglich.

  

Gewerbliche Wirtschaft     Veränderung
2009 gegenüber
2004 in %

Produktionsindex insgesamt (2005=100) 101,9 . (1)
Produktionsindex ohne Energie (2005=100) 99,1 . (1)
    ... nach Abschnitten  
    Energie- und Wasserversorgung 156,4 . (1)
    Herstellung von Waren (inkl. Bergbau) 94,2 . (1)
    Bauwesen 114,7 . (1)
Betriebserlöse in Mio. € (2008)
    Energie- und Wasserversorgung 1.917,7 . (2)
    Herstellung von Waren (inkl. Bergbau) 11.160,4 . (2)
    Bauwesen 2.966,0 . (2)

  

(1) Auf Grund der Umstellung auf das Basisjahr 2005 sind keine Vergleichszahlen verfügbar.
(2) Durch die Einführung der Wirtschaftssystematik ÖNACE 2008 mit 1.1.2008 ist ein Vergleich mit früheren Jahren mangels Verfügbarkeit entsprechend aggregierter Zahlen nicht möglich.

  

Dienstleistung (ausgewählte Bereiche)     Veränderung
2008 gegenüber
2004 in %

Betriebserlöse in Mio. €
    Handel; Reparatur von Kraftfahrzeugen 20.831,0 . (1)
    Beherbergung und Gastronomie 1.804,3 . (1)
    Verkehr und Lagerei 2.784,4 . (1)
    Finanz- und Versicherungsleistungen 3.437,3 . (1)
    Freiberufliche, technische und sonstige
      wirtschaftliche Dienstleistungen 2.572,8 . (1)

  

(1) Durch die Einführung der Wirtschaftssystematik (ÖNACE) 2008 mit 1.1.2008 ist ein Vergleich mit früheren Jahren mangels Verfügbarkeit entsprechend aggregierter Zahlen nicht möglich.

  

Tourismus (Berichtsjahr 2009/10 zu 2004/05)   Veränderung
2009 gegenüber
2004 in %

Ankünfte 5.739.164 11,1
Übernachtungen 23.992.625 5,7
    davon in der Wintersaison 2009/10 13.817.459 4,3
                           Sommersaison 2010 10.175.166 7,6
    davon InländerInnen 5.805.300 5,0
                AusländerInnen 18.187.325 5,9
    darunter in Hotels und ähnlichen Betrieben 14.684.262 8,0
                       Privatquartieren(1) 4.357.901 1,9
                           darunter auf Bauernhof 1.171.076 - 0,7

   

Diagramm zu den Übernahctungen im Bundesland Salzburg

  

        Veränderung
2009 gegenüber
2004 in %

Fremdenunterkünfte (Jahresdurchschnitt) 11.255 - 5,2
Betten (Jahresdurchschnitt) 234.569 4,2
    darunter in Hotels und ähnlichen Betrieben 108.224 4,3
                       Privatquartieren(1) 68.116 1,1
                           darunter auf Bauernhof 18.003 - 3,2
Bettenauslastung(2) in %
    Wintersaison 2009/10 38,0 - 0,3 (3)
    Sommersaison 2010 27,8 1,1 (3)
durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Tagen 4,2 - 4,9

  

(1) inkl. privater Ferienwohnungen
(2) errechnet aus den Übernachtungen (Ü) und den Fremdenbetten (B) = (Üx100)/(BxTage des Berichtshalbjahres); Campingplätze und Zusatzbetten werden dabei nicht berücksichtigt
(3) Differenz der ungerundeten Prozentwerte in Prozentpunkten

  

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Rückfragen: Dr. Gernot FILIPP