SubstitutionBehandlung mit Drogen-Ersatzstoffen Für PatientInnen, die schon länger von illegal konsumierten Opiaten abhängig sind und bereits gescheiterte Entzugsversuche hinter sich haben oder aus anderen Gründen nicht für eine Entzugsbehandlung in Frage kommen, besteht die Möglichkeit zur ärztlich verordneten und legalen Einnahme von Opiaten. Zugang zur Substitution Mit der Einstellung auf das jeweilige Substitutionsmittel sind (Fach-)Ärzte mit Spezialkenntnissen oder spezielle Einrichtungen der Suchthilfe betraut. Kriterien für die Einstellung auf ein Substitutionsmittel Alter der PatientInnen, Dauer der Abhängigkeit, vorausgegangene Entzugs- und Behandlungsversuche, besondere Voraussetzungen wie Schwangerschaft oder HIV-Infektion spielen eine Rolle. Wahl des Substitutionsmittels International wird seit Jahrzehnten für diesen Zweck vorwiegend Methadon verwendet. Die Vorteile sind die lange Halbwertszeit, die eine einmalige Gabe pro Tag erlaubt, die Möglichkeit zur oralen Aufnahme statt der Injektion und die Differenzierung der Abbauprodukte im Harn von anderen opiathaltigen Substanzen. Zum Einsatz kommen seit wenigen Jahren vermehrt auch retardierte Morphinpräparate und Buprenorphin. Abgabe- und Einnahmemodalitäten Genaue Regelungen sollen den Missbrauch der Substitutionsprogramme, die illegale Weitergabe der legal verschriebenen Substanz und Konsumverhalten wie in der illegalen Drogenszene verhindern bzw reduzieren. Beispiele dafür sind die Einnahme unter Sicht in der Apotheke oder der Spezialambulanz, oraler statt intravenöser Konsum, Kontrolle der Einnahme und eines etwaigen Beikonsums durch Harntests auf verschiedene Substanzen. Vorteile & Nachteile Die Vorteile der Substitutionsangebote sind die Möglichkeit zur Unterbrechung illegaler und dissozialer Lebens- Drogenkonsumgewohnheiten, der Wegfall des Beschaffungsstresses und dadurch die Ermöglichung eines geregelten Lebens mit der Verbesserung sozialer Bedingungen und die Reduktion von Infektions- und Erkrankungsrisiken. Vielen Personen wird durch die Behandlung der Weg aus der Illegalität erleichtert. Die Nachteile der Substitution liegen im Fortbestehen der Abhängigkeit (körperlich, psychisch, sozial), in der verringerten Mobilität durch die Bindung an den Ort und meist an eine Apotheke oder Ambulanz sowie in einem reduzierteren Anreiz zur abstinenzorientierten Therapie. Vielfach schafft die Substitutionsbehandlung jedoch erst die Voraussetzungen für eine langfristige Abstinenzmotivation. Die Behandlung konkret In den meisten Fällen erfolgt der Einstieg in die Substitutionsbehandlung in der Drogenambulanz an der Christian-Doppler-Klinik. Hier erfolgt die medizinische Abklärung und die Umstellung von der Einnahme illegaler Substanzen auf ein individuell ausgewähltes Substitutionsmittel. Die Weiterbehandlung erfolgt für a) sozialversicherte Patienten an der Christian-Doppler-Klinik bzw. durch niedergelassene (Fach-)Ärzte, Statistik Im Land Salzburg befinden sich derzeit im Durchschnitt 290 Personen aktuell in einer Substitutionsbehandlung, in Österreich werden insgesamt etwa 6.500 Personen durch eine Drogenersatztherapie behandelt. Adressen, die helfen:
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