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Siebenpunkt - Marienkäfer

Insekt des Jahres 2006

Siebenpunkt   Foto: Doz. W.Funk, www.insektenbox.de

Der Siebenpunkt ist eine häufig vorkommende Käferart

Der Siebenpunkt gehört zur Ordnung Käfer und zur Familie der Marienkäfer. Er wurde vom Ministerium  für Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern und der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft zum Insekt des Jahres 2006 ernannt. Er ist die bei uns am häufigsten vorkommende Marienkäferart. Diese Art ist in Europa, Asien Nordafrika und Nordamerika anzutreffen. Sie sind  weltweit mit ca. 4500 Arten und in Mitteleuropa mit etwa 100 Arten vertreten. Sie kommen sowohl im offenen als auch bewaldeten Gelände vor, brauchen allerdings die Anwesenheit von Schild- und Blattläusen. Sie ernähren sich von Pflanzensäften, die sie aufsaugen.


Sie sind an ihrer Färbung leicht erkenntlich

Marienkäfer sind im Allgemeinen kleine, rundliche, Käfer; ihre Größe schwankt von 1-9 mm. Kopf, Rückenschild und Hinterleib sind schwarz, die Flügeldecken orangefarben.  Die roten Flügeldecken sind durch sieben schwarze Punkte ( -> Name) gekennzeichnet. Die rotschwarze Färbung ist eine Signalfarbe  und soll die Fressfeinde vor dem bitteren Geschmack warnen. Bei Gefahr stellen sich die Käfer tot, bei Lebensbedrohung sondert der Siebenpunkt ein gelbes Sekret ab, das Ameisen fernhalten soll.

Diese Marienkäferart benötigt die Nähe von Blattläusen als Futter für die Larven

Die Paarung des Siebenpunkt-Marienkäfers erfolgt nach der Winterruhe in den Monaten April/Mai. Die Weibchen setzen bis zu 800 gelbe Eier in Grüppchen auf die Unterseite von Blättern, oft in der Nähe von Blattlausvorkommen, um die Ernährung der frisch geschlüpften Larven sicherzustellen. Die Eientwicklung über das Larvalstadium, Puppe bis hin zum fertigen Tier dauert je nach Außentemperatur, Witterungs- und Nahrungsbedingungen etwa  6-8 Wochen. In Mitteleuropa ist diese Art mit einer Generation pro Jahr vertreten, unter guten Bedingungen auch zwei.

Die Larven sind blau bis blaugrau und besitzen  kurze Borsten. Ihre Beine sind mehrgliedrig . Kurz nach dem Schlupf fressen die jungen Larven die Eischale als erste Mahlzeit. Vor der Verpuppung häutet sich die Larve dreimal. Reife Larven stellen ihre Nahrungsaufnahme ein; sie heften sich mithilfe eines Sekrets an Pflanzenteilen an, wo sie sich auch verpuppen. Nach der Befestigung an der Pflanze häutet sich die Larve noch einmal vor der Verpuppung. Die Nahrung der Siebenpunktlarve und des fertigen Käfers sind Blattläuse.  Die Larven sind sehr gefräßig; die Ernährungsweise ist beißend. Sie stoßen ihre Mundwerkzeuge in die Beute, beißen zu und heben sie auf, sodass die Blattläuse die Haftung auf der Oberfläche verlieren und sich nicht mehr befreien können.

Während der Larvalentwicklung werden etwa 400-600 Blattläuse gefressen. In dieser Phase wachsen sie auch sehr stark; aus diesem Grunde ist eine mehrmalige Häutung erforderlich. die Verpuppung erfolgt nach wenigen Wochen. Die Farbe frischer Puppen ist gelb, in weiterer Folge orange und schwarz gefleckt. Ältere Puppen sind stärker eingerollt als frische. Die Entwicklung zum fertigen Käfer ist im Sommer desselben Jahres abgeschlossen.

Eier des Siebenpunkt  Bild: W.Funk, www.insektenbox.de Larve des Siebenpunkt Bild: W.Funk, www.insektenbox.de

Siebenpunkt-Marienkäfer haben wenig Feinde

Hauptfeind des Marienkäfers ist die Marienkäferbrackwespe. Sie hat einen Brutparasitismus und entwickelt sich im Hinterleib des Käfers. Dabei ernährt sie sich von Körpersäften und Fett. Ihre Larve überwintert im Käfer und beendet die Entwicklung im darauf folgenden Frühjahr, sobald der Käfer wieder Nahrung aufnimmt. Ihre Feinde sind Schlupfwespen, die im Kokon der Brackwespe parasitiert und diese auffrisst. Zu seinen Fressfeinden zählen auch verschiedene Vögel.

Mit dem Siebenpunkt ist ein Tier, das im menschlichen Bewusstsein wegen seiner Hauptnahrung (Läuse) als Nützling verankert ist, zum Insekt des Jahres ernannt. Diese und möglicherweise andere Umstände haben dem Siebenpunkt den Ruf eines Glücksbringers eingetragen. Sie sind Sympathieträger besonderer Art und deswegen vor Verfolgung geschützt.        

Literatur





Rückfragen: Mag.Michael Hubka