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Großer Eichenbock

Beim großen Eichenbock handelt es sich um einen relativ seltenen, bis zu 53 mm großen (Männchen) dämmerungs- bis nachtaktiven Bockkäfer. Die Tiere sind schwarzbraun, hinten rotbraun. Die Fühler des Männchens sind etwa doppelt körperlang, die des Weibchens etwa körperlang.

Die Käfer erscheinen vom Mai bis August, am häufigsten im Juni und Juli. Sie fliegen vor allem abends und nachts, und suchen ihre Nahrung auf blutenden Bäumen. Die Weibchen legen dort etwa 60 - 100 Eier in Rindenspalten am Stamm. Nach etwa 2 Wochen schlüpft die Larve, die überwintert. Im 1. Jahr dringt sie in die Rinde ein, wo sie überwintert, im 2. Jahr nagt sie im Splint, im 3.Jahr dringt sie ins Kernholz vor. Die gesamte Entwicklung ist nach 3-5 Jahren abgeschlossen. Die Entwicklung findet hauptsächlich auf Eichen, seltener auf Ulmen und Buchen statt. Da entsprechende Nahrungsbäume immer mehr verschwinden, ist auch der Bestand der Käfer gefährdet.

Wichtige Erhaltungsmaßnahmen für diesen Käfer sind die Erhaltung isolierter Alteichen in besonnter Lage, sowie Erhaltung alter Eichen in Parks und ausgewählter Alteichen im Wald. Weiters eine Förderung der kontinuierlichen Eichenverjüngung sowie weitgehendes Belassen von Eichentotholz.

Umgekehrt stellt ein Einbringen nicht lebensraumtypischer Gehölze in erheblichem Umfang eine Gefährdung für den Großen Eichenbock dar, weiters ein Entfernen starker Kronenäste bzw. vollständiges Entfernen des gesamten Stammes des Wirtsbaumes. Ebenso stellen Kahlschläge und großflächiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eine Gefährdung des Großen Eichenbocks dar.

Bevorzugter Lebensraum des Großen Eichenbocks sind alte Eichenwälder und alte Parks. Gesamteuropäisch ist er in Mittel- und Südeuropa bis zum Kaukasus zu finden, im Norden nur in Südschweden; er fehlt auf den Britischen Inseln. Seine seltenen Fundorte in Salzburg liegen in der Stadt Salzburg.

Bislang wurde der Große Eichenbock in Salzburg nur in der Nähe der Stadt Salzburg nachgewiesen und ist äußerst selten. Er unterliegt aber durch die FFH-Richtline Anh.II und Anh IV einem EU-weiten Schutz und wurde aus diesem Grund in die Salzburger Pflanzen- und Tierartenschutz-Verordnung aufgenommen.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Washingtoner Artenschutzabkommen

Biodiversität in Österreich

Umweltbundesamt

Blumenwiesen als Lebensraum für Insekten

Insektenlebensraum Wald


Rückfragen:
M.Hubka