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Erwerbstätigkeit / Arbeitsmarkt

Laut Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung (hochgerechnete Stichprobe) nahmen in Salzburg im Jahr 2009 rund 280.800 Personen aus Privathaushalten am Erwerbsleben teil, was ein Plus von 7,7 % gegenüber 2004 bedeutet. Die Erwerbspersonen gliedern sich dabei in Selbständige und deren mithelfenden Familienangehörige, unselbständig Beschäftigte und Arbeitslose.

  

Lagergebäude von innen

Im Jahr 2009 waren in Salzburg 232.288 Personen unselbständig beschäftigt (inkl. der BezieherInnen von Kinderbetreuungsgeld und der ordentlichen PräsenzdienerInnen mit aufrechtem Beschäftigungsverhältnis), davon etwa drei Viertel im Dienstleistungsbereich und ein Viertel im produzierenden Bereich. Der Beschäftigtenanteil des primären Sektors liegt deutlich unter einem Prozent.
Die drei gemessen am Beschäftigtenanteil wichtigsten Wirtschaftsbereiche, die dem privaten Sektor zuzuordnen sind, sind in Salzburg der Handel (einschließlich Reparatur von Kfz) mit 17,9 %, die Herstellung von Waren (zuzüglich der Bereiche Bergbau, Energie und Wasser) mit 16,9 % und Beherbergung/Gastronomie mit 9,2 %. Im Bereich der öffentlichen Verwaltung, der auch die Landesverteidigung und die Sozialversicherung umfasst, wurden 2009 15,4 % aller Arbeitsplätze für unselbständig Beschäftigte angeboten. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass zu diesem Wirtschaftsbereich auch Personen gezählt werden, die zwar von den Gebietskörperschaften Bund, Land und Gemeinden beschäftigt werden, aber in den Bereichen Erziehung/Unterricht (Lehrer) bzw. Gesundheit/Soziales (Pflegekräfte, Krankenhauspersonal) tätig sind.

Die Beschäftigtenstatistik wurde rückwirkend mit Jahresbeginn 2008 komplett umgestellt. Im Zuge dessen kam es zur Einbeziehung der Personen mit freien Dienstverträgen, zu einer Korrektur der Beschäftigtenstände einzelner Versicherungsträger, zu einer Umstellung der Regionalisierung einzelner Beschäftigungsgruppen und zur Übernahme der Wirtschaftssystematik ÖNACE 2008. Daher ist ein Vergleich der Zahl der unselbständig Beschäftigten ab 2008 mit den Daten vor 2008 nur eingeschränkt möglich. Errechnet aus den Entwicklungen von 2004 auf 2008 nach der bisherigen Auswertung und von 2008 auf 2009 nach der nunmehrigen Auswertung dürfte die Zahl der unselbständig Beschäftigten im Jahr 2009 um rund 6 % höher gewesen sein als 2004, wobei es von 2008 auf 2009 krisenbedingt zu einem Beschäftigungsrückgang von 1,1 % kam.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nahm in den Jahren 2004 bis 2009 einen wellenförmigen Verlauf an. Die Zahl der Arbeitslosen ist ausgehend von 11.810 Personen im Jahr 2004 auf unter 9.800 Personen in den Jahren 2007 und 2008 gesunken und im Krisenjahr 2009 wieder auf 12.732 Personen angestiegen; im 5-Jahresver­gleich ergibt sich ein Anstieg um 7,8 %. Analog veränderte sich die Arbeitslosenrate, die von 5,1 % im Jahr 2004 auf 4,0 % in den Jahren 2007 und 2008 sank – in diesen beiden Jahren gab es damit in Salzburg Vollbeschäftigung –, um danach wieder auf 5,2 % anzusteigen.
Der 5-Jahresvergleich 2004/2009 überdeckt zwar die Entwicklung in den einzelnen Jahren, generell ist jedoch festzuhalten, dass die Männer und die älteren Arbeitslosen im Alter von 50 und mehr Jahren (+ 10,3 % bzw. + 34,1 % gegenüber 2004) wesentlich stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen waren als die Frauen und die Jugendlichen unter 25 Jahren (+ 4,7 % bzw. – 0,2 % gegenüber 2004). Um ihre Chancen am angespannten Arbeitsmarkt zu verbessern, nahmen im Jahr 2009 insgesamt 2.709 Personen an Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice teil, das sind um beachtliche 54,3 % mehr als im Jahr 2004.

Die Situation am Lehrlingsarbeitsmarkt hat sich von 2004 auf 2009 wesentlich verbessert, da sich die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen mit einem Plus von 95,7 % fast verdoppelt, die Zahl der vorgemerkten Lehrstellensuchenden dagegen "nur" um 22,6 % zugenommen hat. Im Jahr 2009 gab es 544 offene Lehrstellen und 277 Lehrstellensuchende, 2004 konnten 226 Lehrstellensuchende aus "nur" 278 offenen Lehrstellen auswählen. Von 2008 auf 2009 kam es zu einer Stagnation der vorgemerkten Lehrstellensuchenden (+ 0,7 %) und zu einem Rückgang der gemeldeten offenen Lehrstellen (– 8,1 %).

Das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen einschließlich Sonderzahlungen (Jahreszwölftel) eines unselbständig Beschäftigten war im Jahr 2009 in Salzburg mit 2.111 € um 10,2 % höher als 2004. Dabei gibt es zwischen Männern und Frauen einen deutlichen Einkommensunterschied, der auch im Zusammenhang damit zu sehen ist, dass wesentlich mehr Frauen in Teilzeit beschäftigt sind als Männer. Konkret betrug im Jahr 2009 das mittlere Jahreseinkommen der Männer 2.523 €, jenes der Frauen 1.683 €.

  

Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarkt       Veränderung
(Jahresdurchschnitt) 2009 gegenüber
2004 in %

Erwerbspersonen(1) 280.786 7,7
    darunter Primär-Sektor(1) 11.800 0,9
                   Sekundär-Sektor(1) 65.500 6,0
                   Tertiär-Sektor(1) 194.400 9,4
Unselbständig Beschäftigte(2) 232.288 . (4)
    darunter Primär-Sektor(3) 983 . (4)
                    Sekundär-Sektor(3) 55.141 . (4)
                    Tertiär-Sektor(3) 168.619 . (4)

  

  

        Veränderung
2009 gegenüber
2004 in %

vorgemerkte Arbeitslose 12.732 7,8
    davon männlich 7.225 10,3
                weiblich 5.507 4,7
    darunter 15 bis unter 25 Jahre 2.193 - 0,2
                    50 Jahre und älter 2.478 34,1
Arbeitslosenrate 5,2 0,1 (5)
TeilnehmerInnen an Schulungsmaßnahmen des AMS 2.709 54,3
gemeldete offene Stellen 2.263 19,5
vorgemerkte Lehrstellensuchende 277 22,6
gemeldete offene Lehrstellen 544 95,7
BezieherInnen von Arbeitslosengeld
  oder Notstandshilfe 12.375 12,8
(Brutto-)Monatseinkommen(6)
  unselbständig Beschäftigter in € 2.111 10,2
    davon Männer 2.523 11,5
                Frauen 1.683 10,9

  

Diagram der Arbeitslosenrate

(1) Selbständige, Mithelfende, unselbständig Beschäftigte inkl. Karenzurlaubs-/KinderbetreuungsgeldbezieherInnen mit aufrechtem Beschäftigungsverhältnis und Arbeitslose, ohne Präsenz-/ZivildienerInnen; erhebungsbedingt eingeschränkt auf Erwerbspersonen, die in Privathaushalten (nicht in Anstaltshaushalten) leben; Ergebnisse einer hochgerechneten Stichprobenerhebung; bei der Darstellung nach Sektoren bleiben die Arbeitslosen und Personen ohne Detailinformationen ausgeklammert.
(2)
inkl. PräsenzdienerInnen und KinderbetreuungsgeldbezieherInnen mit aufrechtem Beschäftigungsverhältnis und inkl. Personen mit freien Dienstverträgen
(3)
in der Aufgliederung nach Wirtschaftssektoren ohne PräsenzdienerInnen und KinderbetreuungsgeldbezieherInnen mit aufrechtem Beschäftigungsverhältnis
(4)
Durch die Einführung der Wirtschaftssystematik ÖNACE 2008 und die Berücksichtigung von Personen mit freien Dienstverträgen seit 1.1.2008 sowie eine andere Terminisierung bei der Aufarbeitung ist ein Vergleich mit früheren Jahren mangels Verfügbarkeit entsprechender Zahlen nicht möglich.
(5) Differenz der ungerundeten Prozentwerte in Prozentpunkten
(6) durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen (Median) der unselbständig Beschäftigten bis zur ASVG-Höchstbeitragsgrundlage, inkl. anteiliger Sonderzahlungen

  

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Rückfragen: Dr. Gernot FILIPP