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Blindschleiche

Die Blindschleiche ist eine beinlose Eidechsenart

Blindschleiche Bild:Naturschutzabteilung

Bindschleichen führen ein verstecktes Leben

Die Blindschleiche ist systematisch trotz ihrer schlangenähnlichen Körperform den Eidechsen zuzurechnen; sie besitzt verkümmerte, in den Köper verlagerte und von außen nicht sichtbare Extremitäten. Ihre Fortbewegungsweise ist schlängelnd. In Gefangenschaft können sie ein Alter von mehreren Jahrzehnten erreichen.

Blindschleichen leben versteckt  unter Steinen, Holz sowie Brettern und sind dämmerungs- bis nachtaktiv. Sie ernähren sich von Nacktschnecken und Regenwürmern. Im Garten gelten sie aus diesem Grund als wertvolle Schädlingsvertilger.

Blindschleichen sind weit verbreitet

Gesamteuropäisch gesehen ist sie in 2 Unterarten über weite Teile Europas  (Ausn.: Nordskandinavien, Südspanien, Island, Irland und Mittelmeerinseln) verbreitet. Sie ist über ganz Österreich mit Ausnahme der Hochgebirgslagen verbreitet.
Blindschleichen leben in Laub-Nadel-Mischwäldern, Laubwäldern und Grünanlagen sowie Gärten. Bevorzugte Lebensraumstrukturen sind Waldränder bzw. -lichtungen sowie Straßenböschungen und Feldraine. Blindschleichen kommen in mäßig geneigtem, südlich bis westlich exponiertem Gelände häufig vor. Bevorzugte Vegetationsstrukturen innerhalb ihres Lebensraumes sind eine üppig entwickelte Krautschicht bei mäßiger Gehölzschicht. Sie zeigen ein ähnliches Verbreitungsmuster wie die Zauneidechse, die Schlingnatter und die Ringelnatter. Vertikal ist sie in Höhen zwischen  200 und 1300 m überdurchschnittlich häufig anzutreffen. Die  Hauptaktivität ist abhängig von der Meereshöhe und liegt bei etwa 1000 m von April bis Oktober.

Die Paarung erfolgt Anfang bis Mitte Mai. Die Körpertemperatur trächtger Weibchen (27°) ist höher als die nicht trächtiger Weibchen (25°). Nicht trächtige Weibchenwärmensich durch den Aufebnthalt unter, von der Sonne beschienenenGegenstände.Trächtige Tiere benötigen direkte Sonnenexposition. Durch ihr ungeschütztes Sonnmensind gravide Weibchen stärker visuell rientierten Fressfeinden ausgesetzt.Somit bedeutet vermehrter Feinddruck auf trächtige Tiere erhöhte "Kosten" in der Fortpflanzung (CAPULA & LUISELLI 1993), .  3 Monate nach der Befruchtung werden 8-12 lebende Junge geboren.
GOLLMANN & GOLLMANN (2008) berichten über das von ihnen beobachteten Tauchverhaltens der Blindschleiche in einer Pfütze im Lainzer Tiergarten. Sie vermuten, dass dieses Verhaten in reich strukturierten Wasserkörpern nicht nur der Flucht dient, sondern der Suche nach Regenwürmern und Fliegenlarven.

In der Literatur findet sich ein Hinweis auf ein möglicherweise territoriales Verhalten der Blindschleiche. MALKMUS (1995) berichtet von, in einem Garten beobachteten Biss eines Tieres in den Körper eines anderen. Wahrscheinlich steht dieses Verhalten im Zusammenhang mit der Verteidigung von Aktionsräumen.

Diese Reptilienart ist durch menschliche Aktivitäten gefährdet

Die Art ist gefährdet. Die Bestandesentwicklung ist nach GOLLMANN (2007) leicht rückläufig, ihre Areale gleich bleibend. Blindschleichen können ihre Habitate sehr gut ausnützen, doch die Entwicklung der Habitatsituation ist abnehmend. Zuwanderung aus auswärtigen Populationen ist nicht bekannt, auch direkte, anthropogene Gefährdung scheint nicht gegeben zu sein.

Blindschleichen sind durch land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit gefährdet:  Lebensraumverlust durch Heranmähen bis an den Waldrand (Verlust von Ökotonen), Aufforstung, Umwandlung von Laub- in schnellwüchsige Nadelwälder und Düngung. Der Einsatz von Molluskiziden und Bioziden und auch direkte Verfolgung und Tötung durch den Menschen sowie streunende Katzen sind weitere Ursache ihrer Gefährdung. Nach Angaben von KYEK(2001) weist die Blindschleichen höchsten Anteil an Todfunden  auf Straßen auf. Sie ist wahrscheinlich mehr als andere Arten auch durch Radfahrer gefährdet.
Blindschleichen sind nach der Roten Liste gefährdeter Tierarten (Tiedemann & Häupl, 1994) als gefährdet anzusehen. Im Bundesland Salzburg gelten sie ebenfalls als gefährdete Tierart und sind gesetzlich vollkommen geschützt.

Literatur

Weiterführende Links

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Liste

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Berner Konvention

Stickstoffeintrag durch übermäßige Düngung

Reptilienlebensraum Magerwiese

Amphibiensterben und Klimawandel

Biodiversität in Österreich

Biogeographische Regionen

Umweltbundesamt

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