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Bartgeierprojekt in den Alpen

erwachener, fliegender Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern
Erwachsener, ausgefärbter Bartgeier                                                 Foto: M. Knollseisen


1986 fand im Krumltal (Gemeinde Rauris) innerhalb des Nationalpark Hohe Tauern die erste Freilassung von zwei jungen Bartgeiern (Gypaetus barbatus) im Rahmen eines heute alpenweit sehr erfolgreich durchgeführten Wiederansiedlungsprojektes statt. Ursprünglich war diese imposante Geierart ein weit verbreiteter Brutvogel im gesamten Alpenraum. Durch menschliche Verfolgung wurde ihr Bestand jedoch derart dezimiert, dass um etwa 1900 die letzten Brutvorkommen erloschen. Völlig zu Unrecht hatte sich die Vorstellung, der Bartgeier sei für das Töten von Gämsen sowie den Raub von Lämmern und sogar Kleinkindern verantwortlich, in den Köpfen der Alpenbewohner manifestiert, die in der gezielten Ausrottung dieser einst heimischen Tierart gipfelte.

Der Gedanke einer Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen wurde geboren, als in Zoos  regelmäßige Nachzuchten lebender Bartgeier gelangen. Bereits 1978 wurde im Auftrag des WWF-Österreich und mit der finanziellen Unterstützung der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft eine Zuchtgemeinschaft für das geplante Wiederansiedlungsprojekt aufgebaut und eine Lebensraum-Potenzialstudie erarbeitet, wonach das Krumltal den etwa 60 Auswahlkriterien am besten entsprach.

Bis heute wurden alpenweit insgesamt über 110 Jungvögel freigelassen. Seit 1997 brüten die Bartgeier wieder in den Alpen – zuerst in Hoch Savoyen (Frankreich). 1998 folgte ein Paar am Stilfser Joch (Italien). Theoretisch kann man heute überall in den Alpen wieder Bartgeier beobachten.

Durch den Aufbau eines alpenweiten Beobachternetzes soll versucht werden, die Wiederbesiedlung des Alpenraumes durch eine unserer größten Greifvogelarten nachvollziehbar und überprüfbar zu machen. Mit Hilfe von lokal verfügbaren Ornithologen, Nationalpark-Mitarbeitern, Jägern und anderen interessierten Naturbeobachtern soll ein lückenloses Netz von regelmäßigen Meldungen über die An- bzw. auch festgestellte Abwesenheit des Bartgeiers in seinen potentiellen Aufenthaltsgebieten geschaffen werden. So kann die jeweils aktuelle Verbreitung nachgezeichnet sowie das Paar- und Brutverhalten dieser faszinierenden Tierart studiert werden.

Detaillierte Informationen zum Wiederansiedlungsprojekt sowie zur Biologie und Ökologie des Bartgeiers erhalten Sie bei der Österreichischen Koordinationssstelle für Bartgeierbeobachtungen im Rahmen des Bartgeier-Wiederansiedlungsprojektes oder dem Nationalpark Hohe Tauern.

Mag. Richard Zink

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Tel.: (0664) 1306117 oder (01) 25077-2212
Fax: (01) 25077-2290

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E-mail: nationalpark@salzburg.at

Handaufzucht eines Bartgeierkükens
an der EGS (Eulen- und Greifvogelstation)





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