Laubfrosch

Der Laubfrosch ist Amphib des Jahres 2008
Der Laubfrosch wurde von der Deutschen Gesellschaft für Terrarienkunde, dem Naturschutzbund, der österreichischen und deutschen Gesellschaft für Herpetologie sowie verschiedenen schweizerischen Fachverbänden zum Amphib des Jahres 2008 ernannt. Damit soll auf die Gefährdung dieser Amphibienart durch Lebensraumzerstörung und Biotopverlust (Entwässerung, Versiegelung, Umbruch von Wäldern in reine Nadelwälder, intensive Landwirtschaft usw.) hingewiesen werden.
Laubfrösche sind leicht zu erkennen
Laubfrösche sind kleine, dämmerungs- bis nachtaktive Baumfrösche. Sie sind an ihrer Kleinheit (Erwachsene Tiere: 4-5 cm) und der glatten, glänzend grünen Hautoberfläche leicht zu erkennen.
Die Schnauze ist rund, die Pupille waagrecht, das Trommelfell deutlich ausgebildet. Finger- und Zehenspitzen tragen Haftscheiben, um den Tieren die Fähigkeit zum Klettern zu verleihen. Das Männchen hat eine große kehlständige Schallblase. Die Paarungsrufe, die in einem Rhythmus von 4-6 /s erfolgen, sind weithin hörbar.
Sie kommen hauptsächlich in tieferen Lagen vor
Der Verbreitungstyp des Laubfroschs ist außeralpin. Sie sind mit Ausnahme von Irland und fast ganz Skandinavien über weite Teile Europas verbreitet. Die Vertikalverbreitung liegt in Österreich mit wenigen Ausnahmen zwischen 200 und 1200 m. In Salzburg ist der Laubfrosch in tiefen Lagen beheimatet, z.B. im Flachgau, Tennengau und Pinzgau im Salzachtal westlich von Zell am See.
Der Lebensraum sind Feuchtwiesen, Auwälder und Grünland. Bevorzugte Lebensraumstrukturen sind Saumbiotope, Waldränder, Waldlichtungen, Hecken und Gebüsche. Die Tiere werden besonders in ebenem Gelände und in südwestlich exponierten Lagen bzw. in Gebieten mit gut entwickelter Kraut- und aufgelockerter Strauchschicht angetroffen. Ihre Wasserlebensräume sind temporäre, stehende Gewässer mit Flachwasserzonen und üppigen, vorwiegend vertikalen Pflanzenstrukturen.
Laubfrösche haben viele Feinde
Die Nahrung des Laubfroschs besteht aus Käfern, Spinnen, Haut- und Zweiflüglern sowie Ohrwürmern und Wanzen, aber auch Algen und Detritus. Seine Feinde sind verschiedene Vögel wie Waldkauz, Bussarde, Neuntöter und Möwen. Die Fressfeinde des Froschlaichs und der Larven sind Fische, Ringelnattern und auch andere große Amphibienlarven.
In Mitteleuropa dauert die Fortpflanzungszeit von April bis Juni. Laichballen werden an Pflanzenteilen abgesetzt; aus den befruchteten Eiern schlüpfen nach 8-14 Tagen die Larven. Die Metamorphose ist nach etwa 3 Monaten abgeschlossen und die Jungtiere gehen an Land.
Die Tiere sind gefährdet und daher streng geschützt
Laubfrösche sind stark gefährdet. Nach Angaben von Zulka et al. (2007) ist die Bestandesentwicklung extrem negativ, die Verfügbarkeit der Habitate gut, dagegen die Habitatentwicklung stark negativ. Eine Einwanderung auswärtiger Populationen findet nicht statt.
Laubfrösche sind durch Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft besonders gefährdet : Vermehrter Dünger- und Biozideinsatz, Flurbereinigung und ein Beseitigen wichtiger Lebensraumstrukturen wie Hecken und anderer Kleinstrukturen gehen wichtige Leitlinien für die Ausbreitung dieser Tiere verloren. Eine derartige Isolation kann lokale Laubfroschkolonien gefährden, da der genetische Austausch zwischen den Populationen nicht mehr gegeben ist.
Mähen bis an den Waldrand, ein Umbruch der Wälder in schnellwüchsige Fichtenforste und Aufforstung von Waldlichtungen sind ebensolche Gefährdungsfaktoren für den Laubfrosch wie Trockenlegen von Sümpfen, Drainagierung von feuchten und nassen Wiesen, Begradigung und Verbauung von Bächen sowie Aufschüttung, Bodenversiegelung, Isolierung durch Straßenbau und anderer Verkehrsflächen usw.
Laubfrösche stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten (Tiedemann und Häupl,1994). Diese Tierart steht in der gesamten EU durch die FdH-Richtlinie Anh. IV sowie in Salzburg durch die Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung landesweit unter Schutz; Laubfrösche sind überdies Bestandteil der Berner Konvention, Anh.II.

