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Äskulapnatter

Äskulapnattern sind die größten heimischen Schlangen

Äskulapnatter Bild: Andreas Thomasser

Äskulapnatter                                                Bild: A.Thomasser

Die Tiere sind leicht erkennbar


Äskulapnattern gehören zur Familie der Nattern, Gattung  Kletternattern und sind tagaktiv; sie haben eine arboricole Lebensweise und sind mit mehr als 2 Metern Maximallänge die größten heimischen Schlangen. Sie besitzen einen schlanken Körper, der in einen spitzen Schwanz ausläuft und einen schmalen, nur wenig abgesetzten Kopf mit runden Pupillen. Die Beschuppung am Kopf fällt durch 9 große Schilder auf. Rücken- und Flankenschuppen sind häufig an ihren Rändern mit weißen Stricheln versehen, Die Bauchschuppen gekielt, mit deren Hilfe sie sehr gut klettern können. CABELA et al.(1992) und GOMILLE  (2002) beschreiben ihre Färbung als hell- oder dunkelbraun, die Unterseite als einheitlich weißlich bis gelblich. Ihre Färbung und optische Auflösung bietet eine optimale Tarnung.

Zur kalten Jahreszeit halten  Äskulapnattern eine mehrmonatige Winterruhe. Nach Angaben von KAMMEL (2008) liegen ihre Winterquartiere im Wurzelraumsystem großer Bäume, in Komposthäufen, die auch zur Eiablage verwendet wurden. KAMMEL (2008) berichtet, dass in einem Fall eine südexponierte Steinschlichtung als Winterquartier angenommen wurde.

Ernährung, Nahrungserwerb, Beutespektrum und Prädatoren

Nach Angaben von KAMMEL  (2008) ist das Beutespektrum äußerst vielfältig: Analysen von Mageninhalten ergaben ca.85% Kleinsäuger,etwa 8% Vogeleier und nestjunge Vögel, der Rest entfällt auf Eidechsen u.a. Die größten Beutetiere waren adulte Maulwürfe, subadulte Wanderratten, adulte Siebenschläfer sowie eine Schermaus. Die Jagd und die Nahrungsaufnahme findet hauptsächlich tagsüber statt, hauptsächlich im Mai. Die Beute wird erdrosselt und mit dem Kopf voran verschlungen.

Wie aus Fütterungsversuchen im Terrarium bekannt, besteht bereits bei Jungtieren ab dem 1. Lebensmonat nach erfolgter Häutung Bereitschaft zur Nahrungsaufnahme. Diese nehmen viel weniger Nahrung zu sich als Adulttiere.

Die Feinde der Äskulapnattern sind Füchse, Dachse verschiedene Greifvögel, streunende Katzen, freilaufende Hunde sowie Geflügel aller Art. Die Jungtier fallen Igel, kleineren Vögeln  und Schlingnattern zum Opfer.


Diese Reptilienart ist von Südeuropa bis Asien verbreitet

Nach Angaben von BÖHME (1993) erstreckt sich das Gesamtareal  der Äskulapnatter von der Iberischen Halbinsel im Westen über das Südliche Frankreich,  Dänemark im Norden,  die südliche Schweiz, das gesamte Italien samt Sizilien und Sardinien, die Slowakei, Österreich, Ungarn, sämtliche Balkanländer bis nach Moldawien und die südliche Ukraine im Osten.

Der Schwerpunkt ihres Vorkommens in Österreich ist auf die außeralpinen Landschaften beschränkt. In Salzburg findet man die Art regional verbreitet, v.a. nördlich der Stadt Salzburg. Vereinzelte Vorkommen gibt es auch im Tennengau, Pongau und Pinzgau im Salzachtal. Ihre Vertikalerbreitung erstreckt sich von 200 m bis etwa 1200 m ü.d.M.
Äskulapnattern sind wärmeliebend und lieben ausgiebige Sonnenbäder; sie bevorzugen trockenes, sonnenexponiertes Gelände und sind oft in Grünland, Laub-Nadel-Mischwäldern, Streuobstwiesen, Bruch- und Buschwäldern mit üppig bis mäßig entwickelter Krautschicht und aufgelockerten Gehölzbeständen zu finden. Bevorzugte Lebensraumstrukturen sind Waldränder und Lichtungen, Gemäuer, Felsen, Schluchten und Böschungen. Die Art ist auch oft in Gärten und Parks, Siedlungsgebieten, Friedhöfen, sowie in Wein- und Obstbaugebieten zu finden.

Nach Untersuchungen von LINNAEUS (1758) konnten an 74% der Äskulapnatter - Fundorte 10 Amphibien- und 9 weitere Reptilien syntop nachgewiesen werden. Bei den Amphibien waren dies Erdkröten, Springfrösche und Gelbbauchunken. Als häufigste Reptilienarten wurden Blindschleichen, Ringelnattern, Zauneidechsen, Zaun- und Mauereidechsen sowie Schlingnattern nachgewiesen.


Sie halten Winterruhe

Zur kalten Jahreszeit halten  Äskulapnattern abhängig von den Klimabedingungen eine mehrmonatige Winterruhe  und erwachen erst im April wieder.. Nach Angaben von KAMMEL (2008) liegen ihre Winterquartiere im Wrzelraumsystem großer Bäume und in Komposthäufen, die auch zur Eiablage verwendet wurden. KAMMEL (2008) berichtet, dass in einem Fall eine südexponierte Steinschlichtung als Winterquartier angenommen wurde.


Balz, Paarung und Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Tiere erfolgt im Anschluss an die Winterruhe  Mai – Juni. Bei der Balz versucht das Männchen, das Weibchen am Nacken zu packen und festzuhalten (Nackenbiss). Erst wenn dies geschehen ist, kommt es zur eigentlichen Verpaarung.Bei Beteiligung mehrer  Männchen kommt es zu Kommentkämpfen, bei denen der gegner aber nicht verletzt wird.   Erste Gelegefunde stammen aus dem Juli. Pro Muttertier werden etwa 5-8 länglich-ovale Eier in feuchter Erde in Pflanzenresten, unter Steinen, in Mauerspalten oder alten Baumstümpfen abgelegt. Im September schlüpfen die Jungtiere. Diese besitzen große, dunkle Flecken am Rücken, eine dunkle Querbinde über der Schnauze und hellgelbe Nackenflecken auf beiden Seiten (ähnlich der Ringelnatter).


Äskulapnattern sind durch eine EU-Richtline geschützt

Die Bestandesentwicklung der Art ist stark rückläufig. Die Entwicklung der Habitatsituation der Äskulapnatter ist stark negativ, die Habitatverfügbarkeit dagegen hoch.. Eine direkte, anthropogene Gefährdung scheint nicht gegeben. Zuwanderung von ausländischen Populationen kann ausgeschlossen werden.  Äskulapnattern sind hauptsächlich durch Lebensraum- und Strukturverlust in der Landschaft, durch die moderne Land- und Forstwirtschaft (Beseitigung von Ökotonen und Kleinstrukturen, Schadstoff- und Düngereintrag sowie Aufforstungen) und Siedlungstätigkeit in ihrem Bestand bedroht.
Natürliche Bestände können durch Erhalt von Totholz, natürlichen Laub und Reisiganhäufungen sowie Holzeinschlag in dichten Forsten gefördert werden.
Österreichweit gilt diese Schlangenart als gefährdet bis stark gefährdet (Tiedemann & Häupl 1994). Äskulapnattern sind europaweit vollkommen geschützt.

Literatur




Weiterführende Links

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Liste

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Berner Konvention

Stickstoffeintrag durch übermäßige Düngung

Reptilienlebensraum Magerwiese

Amphibiensterben und Klimawandel

Biodiversität in Österreich

Biogeographische Regionen

Umweltbundesamt

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Rückfragen: Mag. Michael Hubka